Schon seit dem Bestehen der Vereinigten Staaten gab es immer wieder Streitigkeiten zwischen den Nord- und den Südstaaten. Hauptauslöser war die unterschiedliche Auffassung zur Frage der Sklavenhaltung. Während die Sklavenhalter in den Südstaaten die Ansicht vertraten, die Sklaverei sei die Grundlage von Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Frieden und durch das Recht auf Besitz legitimiert, vertraten die Nordstaatler die Meinung, dass Sklavenhaltung nicht mit den Gründungsidealen der Republik vereinbar sei.


Das Wirtschaftswachstum der USA war ungebremst, insbesondere durch die hohe Zuwachsrate der Bevölkerung und der damit verbundene Zunahme des Lebensraums. Das Bruttosozialprodukt stieg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts um das siebenfache an. Nicht zuletzt durch den regen Export von Baumwolle und von landwirtschaftliche Güter in den Norden bzw. nach Übersee, wobei die Baumwolle nur durch Sklaven geerntet werden konnte. So war das hohe Wirtschaftswachstum in der Anfangszeit dem Süden mit seiner Sklavenhaltung zu verdanken. Später jedoch änderte sich das Bild. Mit dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn und der Einführung des Telegraphen, war der Weg frei für die Modernisierung des Wirtschaftssystems. Aus der Produktion für den Eigenbedarf wurde eine Produktion für den Massenverkauf. Fabriken wurden errichtet und Güter wurden zum größten Teil mit Hilfe von Maschinen produziert. Diese Entwicklung zeichnete sich aber zum größten Teil in den Nordstaaten der USA ab, während der Süden noch lange Zeit vom Export seiner landwirtschaftlichen Güter abhängig war.


Diese Abhängigkeit schwächte die politische Macht des Südens gegenüber den Nordstaaten und erhöhte die politischen Spannungen zwischen beiden Parteien, insbesondere, nachdem der Norden damit begann, landwirtschaftliche Produkte aus Asien zu importieren, wodurch die Preise immer mehr fielen.


Den Südstaaten war es insbesondere wichtig, das Gleichgewicht zwischen Sklavenstaaten und freien Staaten zu wahren und damit auch das politische Gleichgewicht. Schon im Jahre 1820 gab es eine Trennlinie - die so genannte Mason-Dixon-Linie - bei der die Sklaverei nur südlich davon erlaubt war. Ausgenommen war zu diesem Zeitpunkt der Staat Missouri, der sich nördlich dieser Linie befand. Man bezeichnete diesen Kompromiss daher auch als Missouri-Kompromiss. Bei jedem Beitritt eines Staates zur Union gab es dann Streitigkeiten über die Sklavenfrage, wobei einzelne Südstaaten häufig mit einer Ablösung von der Union drohten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.


So ging es z. B. im Jahre 1848 um die Frage, ob Kalifornien, New Mexiko und Utah zu sklavenfreie Unionsstaaten werden sollten oder nicht. Zusätzliche sklavenfreie Unionsstaaten hätten dem Norden wiederum zusätzliche politische Macht verschafft. Nachdem der zu dieser Zeit amtierende Präsident Taylor - der aus dem Süden kam - erklärte, dass kein Bürger des Nordens eine Ausdehnung der Sklaverei zu befürchten hätte, war die Union ernsthaft in Gefahr. Daraufhin wurde nach langem hin und her ein Kompromiss verabschiedet, der u. a. die Sklavenhaltung in Kalifornien verbot, während sie in New Mexiko und Utah je nach dem, wie die Verfassungen der Staaten zum Zeitpunkt der Aufnahme es zuließen, erlaubt sein konnte oder nicht.


Besonders Kritisch wurde die Situation, als im Jahre 1854 der damalige Präsident Franklin Pierce einen Gesetzentwurf billigte, nach dem die Staaten Nebraska und Kansas als Sklavenstaaten in die Union aufgenommen werden sollten (Kansas-Nebraska-Act). Dieser Entwurf wiedersprach völlig dem Missouri-Kompromiss, da sich beide Staaten nördlich der Mason-Dixon-Linie befanden. Zu einer Verabschiedung dieses Gesetzes kam es letztendlich zwar nicht, dennoch löste dieser Skandal in Kansas einige bewaffnete Auseinandersetzungen aus, die durchaus zum Bürgerkrieg hätten führen können.


Auch durch den Widerstand der Nordstaaten gegen das Sklavenfluchtgesetz - das bereits im Jahre 1793 als Bundesgesetz verabschiedet und 1850 erneuert wurde - wurde immer wieder der Ruf zur Sezession - wie die Ablösung von der Union genannt wurde - laut. Dieses Gesetz berechtigte Sklavenhaltern, entflohene Sklaven wieder einzufangen, auch dann, wenn sich diese in sklavenfreie Staaten aufhielten. Da in vielen Fällen die Falschen gefangen und verschleppt wurden, verabschiedeten einige Nordstaaten eigene Freiheitsgesetze, nach denen den Schwarzen mehr Rechte eingeräumt wurden und Sklavenfängern durchaus wegen Kidnapping unter Strafe gestellt werden konnten. So gab es in vielen Fällen Auseinandersetzungen zwischen Widerstandgruppen, die nach den eigenen Freiheitsgesetzen handelten und Sklavenfängern, die sich nach den Bundesgesetzen richteten.


Am 16. Oktober 1859 überfiel ein gewisser John Brown - ein fanatischer Sklavengegner - mit 21 Mann ein US-Waffenlager bei Harpers Ferry (Virginia), um mit den erbeuteten Waffen einen Sklavenaufstand zu entfachen. Dieser Überfall konnte jedoch von den Bürgern der Stadt rechtzeitig vereitelt werden. Ca. 36 Stunden später wurde John Brown von der Miliz aus Virginia und Maryland unter der Führung von Oberst Robert E. Lee und Leutnant James E.B. Stuart dingfest gemacht. Am 2.12.1859 wurde Brown in Charlestown West-Virginia gehenkt. Der Überfall war von Brown miserabel vorbereitet. Er hatte keinen Plan, wie es nach der Einnahme des Waffenlagers weiter gehen sollte, er erkundete vor dem Überfall keine Fluchtwege, sorgte nicht für Proviant und begnügte sich mit 21 Männern, obwohl er vorher wesentlich mehr vorsah. Zehn von seinen Männern - darunter zwei seiner Söhne - starben bei dem Überfall, vier wurden wie Brown gehängt.


Während dieser Überfall im Süden eine Welle der Empörung auslöste und zeitweise auch die Angst vor weiteren Sklavenaufständen schürte, wurde John Brown im Norden als Märtyrer gefeiert. Dadurch verschärften sich die Spannungen zwischen den Nord- und den Südstaaten. Viele Sklavenhalter waren nun bereit, ihren Besitz mit Waffen zu verteidigen. Gelder wurden zum Ankauf von Waffen gesammelt und es bildeten sich militärische Verbände.


In diesem von Hass, Furcht und Feindseligkeit erfüllten Klima, ging es dann im Jahre 1860 zur Präsidentschaftswahl, aus der Abraham Lincoln dann schließlich als neuer amerikanischer Präsident hervorging. Lincoln war ein Sklavengegner. Er berief sich auf die Unabhängigkeitserklärung, aus der hervorging, dass alle Menschen gleich geschaffen seien, und das die Sklaverei in den riesigen Nordwest-Territorium verboten sei. Moralisch Gerechtfertigt konnte die Sklaverei nach Lincolns Meinung nicht sein. Allerdings schützte die Verfassung die Staaten, in dem die Sklaverei bereits existierte und das wollte Lincoln auch nicht ändern. Eine Ausweitung der Sklaverei aber, wie man es 1854 in Kansas und Nebraska vorhatte, verabscheute Lincoln. Für die Südstaaten war Lincolns Wahl zum Präsidenten der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.


Am 20. Dezember 1860 verabschiedete daraufhin ein Konvent in South Carolina einen Erlas, nach dem sich South Carolina von den übrigen Staaten der Union löste. Die Verabschiedung des Erlasses war mit 169 gegen Null Stimmen eindeutig. Nun hofften die Politiker in South Carolina, dass andere Staaten nachziehen würden, und die ließen dann tatsächlich nicht lange auf sich warten. So folgte Mississippi am 9. Januar 1961, Florida am 10. Januar, Alabama am 11. Januar, Georgia am 19. Januar, Louisiana am 26. Januar und Texas am 1. Februar. Sieben Tage später wurde aus den sieben Staaten eine neue Regierung gegründet, und einen Tag später wurde der Präsident dieser Regierung gewählt. Sein Name war Jefferson Davies. Während Davies sich nun daran machte, die Grenzen der neuen Nation zu erweitern, wollte Lincoln eine Ausdehnung mitLossagung der Südstaaten allen Mitteln verhindern. So bemühte er sich bei seinen Reden, die er noch vor seinem Amtsantritt führte, nichts Falsches zu sagen, um nicht auch noch die Staaten des oberen Südens zu verlieren. Kaum hatten sich die Staaten des unteren Südens von der Union gelöst, beschlagnahmten sie eine ganze Reihe von Besitzungen, die sich innerhalb ihrer Grenzen befanden. So wurden Forts, Arsenale und Münzämter ohne Gewalt eingenommen. Drei Fords allerdings standen noch unter der Kontrolle der Union. Es waren Ford Monroe in Virginia, Ford Pickens in Florida und Fort Sumter, das sich im Hafen von Charleston in South Carolina befand. In Fort Sumter befanden sich nur wenige Unions-Soldaten. Dennoch wurden sie von den Südstaatler nicht mehr geduldet. Nachdem Verhandlungen in Washington um die Räumung des Fords abgebrochen wurden, viel am 12. April 1861 um 4.30 Uhr der erste Schuss, der den Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges besiegelte.

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