Seit dem 19. Juni wurde die Stadt Petersburg in Virginia von Unions-General Grant belagert. Immer wieder hatte er versucht, die Verteidigungsanlagen zu durchbrechen und die Nachschublinien zu zerstören. General Lee blieb jedoch zu dieser Zeit standhaft und konnte jeden Angriffsversuch erfolgreich abwehren. Grants Soldaten waren geschwächt und schienen kriegsmüde zu sein. Ihnen wurde in den vergangenen sieben Wochen keine Ruhepause gegönnt. Eine Kampfmoral, wie in vergangenen Schlachten, gab es nicht mehr. Als wenn das noch nicht problematisch genug gewesen wäre, musste Grant nun auch noch sein bestes 6. Korps wegschicken, und zwar aus einem Grund, mit dem niemand gerechnet hatte. Nachdem General Jubal Early mit seinen 15000 Soldaten im Juni die Yankees, die unter dem Kommando von General David Hunter standen, von Lynchburg vertrieben hatte, war es ihm gelungen, ohne großen Widerstand durch das Shenandoahtal zu marschieren, um am 6. Juli den Potomac River zu überqueren. Hunter selber hatte es vorgezogen, nicht mehr durch das Shenandoahtal zu ziehen, da er auf dem Weg nach Lynchburg ständig von Partisanen angegriffen worden war.


Early Ziel war die feindliche Hauptstadt Washington in Maryland, die er - nachdem er am Monocacy River östlich von Frederick eine kleine Unionstruppe überwältigt hatte - am 11. Juli erreichte. Eigentlich hatten sich die Yankees auf die Einnahme von Petersburg, Atlanta und Richmond konzentriert. Jetzt standen die Konföderierten plötzlich vor der eigenen Hauptstadt.


Die ganze Sache wurde noch dadurch verschlimmert, dass keine vollständige Armee in Washington anwesend war, um die Stadt zu verteidigen. Mit einer Belagerung der Hauptstadt hatte Grant gar nicht gerechnet, so dass er den größten Teil der Truppen für seine Sache bei Petersburg abgezogen hatte. Zum Glück war die Stadt zumindest stark befestigt, aber Grant war nun gezwungen, seine beste ihm verbleibende Einheit - das 6. Korps - hierher zu schicken. Und die schaffte es auch noch rechtzeitig, die Verteidigungsanlagen zu besetzen, um Earlys Angriff am 12. Juli abzuwehren. Während des Kampfes versammelten sich immer mehr Unions-Einheiten in Earlys Rücken, wodurch dieser sich gezwungen sah, den Rückzug nach Virginia anzutreten. Damit war die Bedrohung Washingtons noch einmal abgewehrt worden. Grant und Lincoln waren damit aber nicht zufrieden. Es wäre nun die beste Gelegenheit gewesen, die feindlichen Truppen komplett zu vernichten. Durch die schnell zusammengewürfelten Unions-Truppen in Earlys Rücken, gab es jedoch vier Kommandos, die sich bezüglich der WashingtonVorgehensweise nicht einige waren und somit kostbare Zeit vergeudeten. Early konnte sich somit ungehindert zurück-ziehen und richtete dabei obendrein noch eine Spur der Verwüstung an. Grant hatte daraufhin den Entschluss gefasst, Early nicht ungeschoren davon kommen zu lassen. Er befahl General Sheridan, aus dem 6. Korps und weiteren verschiedenen Divisionen eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, um Early nachzusetzen. Dazu benötigte er jedoch Zeit und bis zur Vertreibung des Feindes sollte es noch einige Wochen dauern.

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