durch South- und North Carolina

Nach der Niederlage der Konföderierten bei Nashville und dem Vernichtungsfeldzug von General Sherman in Georgia, war der Süden so gut wie geschlagen. Savannah (Georgia) war besetzt und zudem wurde Anfang 1865 Fort Fisher in North Carolina eingenommen, womit Lees Nachschublinie nach Petersburg (Virginia) unterbrochen wurde. Der Süden war mittlerweile zu Friedensverhandlungen bereit. Doch die Bedingungen, die Präsident Lincoln am 3. Februar 1865 den drei Abgesandten des Südens stellte, wollte Präsident Davis nicht akzeptieren. Unter anderem lehnte Lincoln einen Waffenstillstand ab und forderte statt dessen die Kapitulation. Jetzt war Davis erst recht bereit, weiter zu kämpfen. Man würde die Yankees in weniger als 12 Monaten bezwingen und dann zu eigenen Bedingungen Frieden schließen. Dabei war es um den Süden nun wirklich nicht gut bestellt.


 Alabama und die beiden Carolina-Staaten waren die einzigen Gebiete, die von einer Invasion der Union verschont geblieben waren. Es war klar, was die Yankees nun zu tun hatten, um der Kapitulation der Konföderierten ein Stückchen näher zu kommen: Die drei Staaten mussten auch noch erobert werden. Während General Canby im April 1865 Mobile einnahm und dann von hier aus in Alabama einmarschierte, drang General Wilson von Tennessee aus zunächst bis nach Selma vor, um hier ein Munitionsdepot zu zerstören. Danach ging es weiter nach Montgomery, um die ehemalige konföderierte Hauptstadt einzunehmen. Auf dem Weg dorthin wurde alles vernichtet, was der Bevölkerung und den Militärs dienlich sein konnte: Fabriken, Bahngleise, Brücken, landwirtschaftliche Güter, Waffenarsenale usw.


Die beiden Carolina-Staaten wurden von den Yankees schon zwei Monate früher heimgesucht. General Sherman, der sechs Wochen lang in Savannah (Georgia) verweilte, brach am 1. Februar mit 60000 Soldaten auf, um in nördlicher Richtung zunächst durch South Carolina und danach durch North Carolina zu marschieren. Am Ende sollte General Lees Armee bei Petersburg zusammen mit Grants Hilfe "ausradiert" werden. Wie in Georgia und Alabama sollten bei dieser Invasion ebenfalls alle kriegswichtigen Güter und Einrichtungen zerstört werden. South Carolina war der Staat, der sich am 20. Dezember 1860 als erster von der Union löste. Entsprechend groß war der Hass der Unionssoldaten auf diesen Staat. Ihre Zerstörungswut war hier weitaus größer als in Georgia. Zwar war die Schneise der Verwüstung in South Carolina schmaler, dafür aber wesentlich verheerender. Kein Gebäude - egal ob privat oder militärisch genutzt - blieb von Brandschatzungen verschont. Dafür war aber die Durchquerung des Landes nicht so ein Kinderspiel wie in Georgia. Während in Georgia die Marschroute parallel zu den großen Flüssen verlief, mussten in South Carolina neun breite Flüsse überquert werden. Auch das Wetter war in Georgia besser. Hier hatte es kaum geregnet, während in South Carolina der Regen die Flüsse zum überlaufen brachte. Die Südstaatler waren sich sicher, dass Sherman schon im Süden des Landes scheitern würde. Tatsächlich bewies Sherman jedoch eine logistische Leistung, die bis dahin alles in den Schatten stellte. Er ließ Bäume fällen, um damit Dämme zu errichten und Brücken zu bauen. Sämtliche Flüsse - darunter auch der angeblich unpassierbar Salkehatchie River - wurden auf diese Weise überquert. 45 Tage dauerte der Marsch und 28 Tage hatte es davon geregnet. Außerdem mussten sich die Yankees gegen zahlreiche konföderierte Angriffe zur Wehr setzen. Dennoch konnte Shermans Vormarsch nicht aufgehalten werden.


Einer, der diesen Vormarsch stoppen sollte, war General Joseph Johnston. Er erhielt am 22. Februar das Kommando über alle konföderierte Truppen in den beiden Carolina-Staaten. Allerdings standen ihm dabei nur ca. 20000 Soldaten und eine kleine Kavallerie unter General Wheelers Kommando zur Verfügung. Schon vor Johnstons Amtsübernahme wurden die Truppen aufgeteilt und jeweils zur Hälfte in Augusta und Charleston stationiert, da man damit rechnete, dass Sherman die Städte angreifen würde. Und tatsächlich marschierte jeweils eine Unions-Einheit auf die jeweiligen Städte zu. Sherman hatte aber gar nicht die Absicht, Augusta und Charleston anzugreifen. Bei den Vormärschen handelte es sich nur um Scheinmanöver. Statt dessen zerstörte er zunächst die Bahnlinie zwischen den beiden Städten und marschierte danach auf die Hauptstadt Columbia los.


Damit waren Augusta und Charleston voneinander getrennt und die Konföderierten zogen aus beiden Städten ab, jedoch nicht ohne wichtige militärische Einrichtungen zu zerstören. Eine Besetzung der Städte durch Teile der Unionstruppen war damit ohne Kampfhandlungen möglich. Auch Columbia wurde zerstört, aber in einem noch größeren Maße. Nachdem die Unions-Armee am 17. Februar die Stadt besetzt hatten, lag sie am Folgetag komplett in Schutt und Asche. Wer für diese übertriebene Zerstörungsorgie wShermans Feldzugirklich verantwortlich war, ist nicht sicher. Sherman jedenfalls, lehnte jede Verantwortung ab. Baumwollballen, die von den Konföderierten angezündet wurden und zudem noch starker Wind, sollen nach Shermans Ansicht für die Vernichtung der Stadt verantwortlich gewesen sein. Die Südstaatler behaupteten, dass betrunkene Unionssoldaten die Brände gelegt haben sollen. Der Schnaps, den es in der Stadt in großen Mengen gab, wurde von den Bürgern an die feindlichen Soldaten verteilt, in der Hoffnung, sie zu besänftigen. Genau das Gegenteil soll jedoch der Fall gewesen sein. Sicher ist wohl, dass Sherman nicht den direkten Befehl zur Zerstörung der Stadt gegeben hatte. Aber seine Bemühungen, dass zu verhindern, hielten sich in Grenzen. Welche weiteren Pläne Sherman danach hatte, blieb für den Gegner einige Zeit im unklaren. Erst nachdem seine Armee die Grenze zu North Carolina überschritten hatte, wurde langsam deutlich, dass Goldsboro sein nächstes Ziel war. Hier wollte er seine Truppen durch weitere 30000 Soldaten verstärken, um am Ende mit der geballten Kraft gegen Lee vorzugehen. Die Zerstörungswut seiner Soldaten endete in North Carolina schlagartig. Kein Haus und schon gar kein privates Eigentum wurde hier angetastet.


Johnston musste nun schnell handeln, um die Verstärkung der Unionstruppen zu verhindern. Sein Plan war, einen Flügel von Shermans Armee auszuschalten. Am 16. März kam es bei Averasboro zu einem ersten Gefecht, bei dem die Konföderierten zwar nicht viel ausrichten konnten; sie bemerkten aber, dass die zwei feindlichen Flügel mehrere Kilometer auseinander lagen. Für Johnston war das die Gelegenheit, mit seinen 17000 Mann, zumindest die gleichstarke Vorhut von Shermans linken Flügel anzugreifen und zu vernichten.


Der Angriff der Konföderierten erfolgte am 19. März bei Bentonville. Zunächst konnten sie einige Erfolge aufweisen, dann jedoch mussten sie sich nach mehreren Gegenangriffen der Unionstruppen verschanzen. Bis zum Nachmittag mussten sie dann weitere Angriffe der Yankees abwehren. In der Folgezeit eilten Shermans restliche Truppen zum Schlachtfeld und schließlich gelang es einer Division, die konföderierte Linie zu durchdringen. Bei einem Verhältnis von mittlerweile 3 : 1 hätten die Yankees den Feind ohne Probleme vernichten können. Dennoch hätte man auch dann mit eigenen Verlusten rechnen müssen, und so blies Sherman den Angriff ab. Das Leben und die Gesundheit seiner erschöpften Soldaten war ihm wichtiger, als die Vernichtung einer Armee, die nach seiner Ansicht sowieso nichts mehr ausrichten konnte. Sein Endziel war der Sieg über Lees Armee, und dazu brauchte er jeden Mann.

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