Am 3. April 1865 waren die beiden konföderierten Städte Richmond und Petersburg in der Hand der Unionstruppen. General Lee hatte sich zuvor mit der Absicht zurückgezogen, General Joseph Johnston in Danville zu treffen, um mit ihm gemeinsam gegen Sherman vorzugehen. Präsident Jefferson Davis war bereits am 4. April in der Stadt eingeroffen, um das Volk noch einmal für einen Gegenschlag zu mobilisieren. Was Lee jedoch nicht wusste: Sheridans Kavallerie und drei Infanteriekorps der Union waren ihm und seinen nunmehr 35000 Soldaten die ganze Zeit auf dem Fersen. Mittlerweile hatten sie ihn sogar überholt, so dass sie am 5. April näher an Danville standen als Lee selber. Sein Ziel, in die Stadt einzumarschieren musste er daher aufgeben. Ihm blieb nichts anderes übrig, als jetzt nach Lynchburg auszuweichen. Aber auch dieses Ziel erreichte er nicht. Lees Soldaten waren zu erschöpft und damit zu langsam. Für die Yankees war es ein Leichtes, durch Blitzangriffe Gefangene zu machen. Große Gefechte gab es gar nicht mehr. Viele konföderierte Soldaten warteten nur darauf, vom Feind gefangen genommen zu werden. Allein 6000 Mann waren es am Sayler´s Creek, nachdem drei Unionskorps am 6. April einen Großteil von Lees Armee eingekesselt hatten.


Für General Grant war am 7. April nun der Zeitpunkt gekommen, General Lee zur Kapitulation aufzufordern. Nach den Bedingungen gefragt, bekam Lee zur Antwort: "Entlassung auf Ehrenwort bis zum Austausch der Gefangenen". Lee konterte daraufhin am 8. April mit einem letzten Vorschlag über eine "Wiederherstellung des Friedens", worauf Grant sich jedoch nicht einließ. Er war sich dabei sicher, dass Lee noch einmal einen Ausbruchversuch versuchen würde und er sollte recht behalten. Am 9. April kam es in der Nähe von Appomattox Courthouse zu einem letzten Gefecht, bei dem die Konföderierten Sheridans Kavallerie angriffen. Obwohl es ihnen tatsächlich Anfangs gelang, den Gegner zurückzudrängen, hatten sie keine Chance. Denn hinter den Kavalleristen hatten zwei Unionskorps Stellung bezogen, gegen denen die Konföderierten dann nichts mehr ausrichten konnten. Als sich dann noch zwei weitere Korps von hinten näherten, war die konföderierte Armee umzingelt und die Niederlage war damit besiegelt. Für Lee gab es jetzt nur noch die Möglichkeit der Kapitulation. Noch am gleichen Tag sandte er Grant die Nachricht, womit der amerikanische Bürgerkrieg beendet war.


Die genauen Kapitulationsformalitäten wurden in dem Haus eines gewissen Wilmer McLean besprochen, der sich hierhin zurückgezogen hatte, nachdem in seinem Haus bei Manassas eine Bombe eingeschlagen war. Grant gewährte dem gegnerischem Feldherrn zwei Bitten. Zum einen konnten seine Soldaten unbehelligt nach Hause gehen, zum anderen durften sie dabei ihre Pferde mitnehmen, die sie aus ihren eigenen Beständen für die Armee mitgebracht hatten. Die Gewährung dieser beiden Bitten würde nach Lees Ansicht viel zur Aussöhnung im Volk beitragen. Nachdem die Papiere unterzeichnet waren, salutierten beide Feldherren voreinander und trennten sich schließlich mit gegenseitigem Respekt. General Grant lag es fern, dem Gegner als überheblicher Sieger gegenüberzustehen. So ließ er für Lees ausgehungerte Soldaten Proviant über die Linien bringen, um deren körperlichen und seelischen Leiden zu lindern. Auch bei der Waffenabgabe wurden die Konföderierten mit Respekt behandelt. Das ging so weit, dass den Soldaten der Union befohlen wurde, gegenüber dem ehemaligem Gegner das Gewehr zu präsentieren, worauf dieser diese Geste erwiderte.


Am 26. April folgte die schwierige Kapitulation einer anderen Armee. Es war die Armee von Joseph E. Johnston, der sich an diesem Tag mit General Sherman traf, um die Kapitulationsbedingungen auszuhandeln. Schwierig war die Situation deshalb, weil 12 Tage zuvor - am 14. April 1865 - auf Präsident Lincoln bei einem Theaterbesuch ein Attentat verübt wurde. Der Täter hieß Wilkes Booth und war ein berühmter Schauspieler. Am nächsten Morgen erlag Lincoln seinen Verletzungen. Danach folgten weitere Kapitulationen, wie z. B. die von Richard Taylor im Mai, der die letzte Armee östlich des Mississippi befehligte. Der geflohene Präsident Jefferson Davis mochte sich trotz allem noch nicht mit der Situation abfinden. Er hatte immer noch die Hoffnung, dass seine restlichen Armeen an Jefferson Davis anderer Stelle den Kampf weiterführen würden. Auch am 10. Mai - den Tag seiner Gefangennahme - hoffte er noch, General Kirby Smith zu erreichen, um den Krieg fortsetzten zu können. Einen Monat später jedoch, akzeptierte auch Smith in New Orleans die ihm gestellten Kapitulations-bedingungen. Davis wurde zwei Jahre lang auf der Festung Monroe gefangengehalten und zu Unrecht der Komplizenschaft an der Ermordung Lincolns beschuldigt. Zu einem Prozess kam es jedoch nicht, so dass er im Alter von 81 Jahren wieder entlassen wurde. Nach Ende des Krieges zählte man über 600000 Soldaten, die auf dem Schlachtfeld gefallen waren. Über 350000 starben dabei für die Union, 250000 für die Konföderation. Wie viele Zivilisten dem Krieg direkt oder indirekt zum Opfer gefallen waren, lässt sich nicht feststellen.




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