Dull Knife

Dull Knife, geboren um das Jahr 1810, war Häuptling der nördlichen Cheyenne und führte etwa 400 Krieger an. 1865 kämpfte er neben Red Cloud und Roman Nose gegen die Weißen, die immer tiefer in das Power-River-Land eindrangen. Dann überfiel er im August des Jahres 1865 einen Wagentreck unter der Führung von James A. Sawyers, der eine Abkürzung zu den Goldfeldern in Montana durchs Indianergebiet suchte. Außerdem überfiel er später einen Soldatentrupp von General Connor, dem er dabei Pferde, Waffen und diverse Ausrüstungs-gegenstände stahl. Trotz dieser Überfälle setzte sich Dull Knife schon früh für Frieden mit den Weißen ein. Im Jahre 1868 unterzeichnete er den Vertrag von Fort Laramie, verlor dabei aber an Autorität. Am 25. November 1876 wurde das Zeltdorf von Dull Knife von einer Abteilung Kavallerie der US-Armee unter der Führung von General Crook angegriffen. Bei diesem Gefecht konnten jedoch Dull Knife und die meisten Indianer seines Volkes in die Bighorn-Berge flüchten. Hier mussten aber wegen der klirrenden Kälte viele Kinder und ältere Menschen ihr Leben lassen. Nach dreitägiger Wanderung über eisigem Schnee, erreichte er dann das Lager von Crazy Horses, mit dem er sich allerdings im Frühjahr des Jahres 1877 bei Fort Robinson ergab.


Dull Knife und sein Stamm wurden daraufhin ins Indianerreservat Darlington nach Oklahoma deportiert. Am 10. September 1878 beschloss er bei Nacht und Nebel aus dieser Einöde zu fliehen. Mit 297 Anhängern machte er sich auf, um nach Norden, in sein Vaterland am Tongue River zurückzukehren. Über 13000 Soldaten, Cowboys, Rancher und Siedler versperrten ihm dabei den Weg. Trotzdem gelang es ihm immer wieder zwischen den Reihen durchzuschlüpfen, oder sich erfolgreich zu verteidigen und anschließen zu fliehen, wenn er und sein Volk von der Armee gestellt wurde. Nach einer 6-wöchigen strapaziösen Flucht näherten sie sich ihren alten Jagdgründen am Tongue River. Hier teilten sich die Flüchtlinge in zwei Gruppen. Während 150 Cheyenne zusammen mit Dull Knife in Red Clouds Reservat um Asyl bitten wollten, beschloss der Rest mit dem jungen Häuptling Little Wolf nach Norden weiterzuziehen. Am 23. Oktober 1878 geriet die Gruppe von Dull Knife in einen Schneesturm, wo sie dann von einem Trupp Kavallerie gefunden und gefangen genommen wurde.


Zwei Tage später wurden sie in Fort Robinson bei eisiger Kälte eingesperrt. Am 9. Januar 1879 gelang es Dull Knife mit seinen Leuten aus diesem Gefängnis auszubrechen. Während viele seiner Anhänger erschossen oder nach Fort Robinson zurückgebracht wurden, erreichte Dull Knife mit wenigen Cheyenne den Tongue River, wo er auch Little Wolf antraf. Hier hofften beide nun endlich eine bleibende Stätte zu finden. Aber erst nach Protesten der weißen Bevölkerung gegen das unmenschliche Vorgehen der Indianer, wurde in diesem Gebiet ein Reservat eingerichtet, wo Dull Knife bis zu seinem Tode im Jahre 1883 seinen Lebensabend verbringen konnte.


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