Mangas Coloradas

Mangas Coloradas, geboren um 1795, war Häuptling der Mimbreno-Apachen. 1835 wurden er und seine Stammesgenossen Opfer eines Überfalls, den der Pelzhändler James Johnson mit seinem Kumpan Gleason beging. Hierbei nahmen sie die Indianer, die sich zu einer Feier versammelt hatten, mit einer Haubitze unter Beschuss, um ihnen anschließend ihre Skalpe zu nehmen, für die die mexikanische Regierung eine beachtliche Kopfprämie ausgesetzt hatte. Im Gegensatz zum damaligen Stammeshäuptling Juan Jose überlebte Mangas Coloradas das Massaker und von da an begann ein 50-jähriger Krieg der Apachen gegen die Mexikaner. Als der heutige US-Bundesstaat New Mexico im Jahre 1846 von Mexiko an die USA viel, wollte er mit den neuen Herren friedlich nebeneinander leben. Im amerikanisch-mexikanischem Krieg verbündete er sich sogar mit dem US-General Kearny. Dabei konnte er die Mexikaner aus einer Kupfermine, die sich auf Apachen-Gebiet in Santa Rita del Cobre befand, vertreiben. Diese Mine, die Mangas Coloradas zu einer Festung ausgebaut hatte, wurde jedoch im Jahre 1850 - zwei Jahre nach Ende des Krieges - von US-Truppen besetzt. Neben dem Kupfer wurde dann auch noch Gold am Gila River gefunden, und das Gebiet der Apachen wurde regelrecht von Goldsucher überschwemmt.


Mangas Coloradas Besorgnis über diesen Zustand veranlasste ihn im Jahre 1861 in die Goldgräberstadt Pinos Altos zu reiten und mit den dort ansässigen Goldgräbern zu verhandeln. Diese jedoch ergriffen ihn, peitschten ihn aus und jagten ihn in die Wüste hinaus.


Der so gedemütigte Häuptling sann daraufhin auf Rache. Er verbündete sich 1862 mit seinem Schwiegersohn Cochise, dem Häuptling der Chiricahua-Apachen und stellte mit ihm eine Streitmacht von 700 Kriegern auf. Mit diesen Kriegern überfiel er dann am 14. Juli 1862 eine Kavallerie-Truppe unter der Führung von Captain Thomas Roberts. Hier mussten die Indianer aber eine herbe Niederlage hinnehmen, da die US-Truppe zwei Berghaubitzen mitführte, mit dessen Hilfe der Angriff abgewehrt werden konnte. Mangas Coloradas selber wurde in der Brust schwer verletzt. Diese Verletzung sollte aber nach dem Willen Cochies nicht ein Medizinmann heilen, sondern ein berühmter mexikanischer Wunderarzt, der in dem Dorf Janos lebte. So legte er seinen Schwiegervater in eine Hängematte und ritt mit mehreren Kriegern zu diesem Dorf. Dort verlangte er von dem Arzt ihn zu heilen, und befahl: "Mach ihn gesund. Wenn er stirbt, wird diese Stadt sterben". Die Bevölkerung versammelte sich vor dem Haus und betete für das Leben der Rothaut, die sie normalerweise lieber tot sehen würde. Die Operation gelang, und die Indianer verließen die Stadt wieder, ohne auch nur einem Bewohner ein Haar gekrümmt zu haben.


Am 18. Januar 1863 beging Mangas Coloradas dann einen folgenschweren Fehler. Entgegen dem Rat seiner besorgten Krieger, wagte er sich noch einmal in die Goldgräberstadt Pinos Altos, in der er zwei Jahre zuvor so gedemütigt wurde. Er wollte noch vor seinem Tod unbedingt für alle Apachen Frieden schließen. Aber diesmal war es noch schlimmer. Er wurde von General Joseph West festgenommen, der Plünderung angeklagt und eingesperrt. In der Nacht wurde er dann von den Wachen misshandelt und mit ein paar Schüssen aus einem Revolver ermordet. Offiziell wurde dann behauptet, er sei auf der Flucht erschossen worden. Mangas Coloradas war ein überragender Häuptling, der bis zuletzt an das Gute im Menschen geglaubt hatte, der aber wie Black Kettle - Häuptling der Cheyenne - immer wieder enttäuscht wurde.







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