Pierre Gustave Toutant Beauregard (Konföderation) wurde am 18. Mai 1818 in St. Bernhard Parish, in der Nähe von New Orleans, Louisiana geboren. Im Jahre 1838 absolvierte er die Militärakademie in Westpoint als Zweitbester seiner Klasse. Hier wurde er ein großer Bewunderer Napoleons, worauf er schließlich den Spitznahmen "The little Napoleon" erhielt. Seine ersten Kriegserfahrungen sammelte er im Mexiko-Krieg, in dem er unter Winfield Scott als Stabsoffizier diente. Während seiner Einsätze bei Churubusco und bei Chapultepec wurde er zweimal verwundet. Außerdem wurde er zweimal für seine Tapferkeit befördert. Nach dem Mexiko-Krieg wurde er mit der Aufgabe betraut, den Mississippi River von Hindernissen zu befreien. Im Jahre 1861 ging er als Direktor nach Westpoint. Er begann dieses Amt am 23. Januar und beendete es am 28. Januar. Mit fünf Tagen war er damit der Direktor mit der kürzesten Dienstzeit. Der Grund dafür war, dass er sich positiv über die Sache des Südens äußerte. Daraufhin verließ er am 20. Februar 1861 die US-Armee und trat am 01. März 1861 der konföderierten Armee bei.


General Beauregard gab am 12. April 1861 um 4.30 Uhr den Befehl, dass Feuer auf Fort Sumter in Charleston zu eröffnen, womit der Beginn des amerikanischen Bürgerkrieges besiegelt wurde.


In Manassas hatte Beauregard das Kommando über 20000 Soldaten übernommen, die den dortigen Eisenbahnknotenpunkt verteidigen sollten. Sein direkter Gegner war General McDowell, der den Plan gefasst hatte, dieses strategisch wichtige Ziel anzugreifen. Durch Spione erfuhr Beauregard aber von diesen Plänen, außerdem waren McDowells unerfahrenen Soldaten nicht gerade die schnellsten. So hatte Beauregard genügend Zeit, sich rechtzeitig zum Bull Run zurückzuziehen. Der Bull Run war ein Bach, der eine natürliche Verteidigungslinie für die Südstaaten-Truppen bildete. Hier konnte Beauregard in Ruhe die Übergänge besetzten, die McDowells nach seiner Meinung benutzten würde, um den Fluss zu überqueren. Außerdem wartete er noch auf General Joseph E. Johnston, der sich im Shenadoahtal mit General Patterson herumschlagen musste. Patterson sollte Johnston daran hindern, Beauregard zu unterstützen, was ihm aber nicht gelang. So konnte Johnston am 20. Juli 1861 weitere Übergänge des Bull Runs besetzen. Dennoch schafften die Yankees es am 21. Juli den Fluss zu überqueren, da sie ganz andere Übergänge benutzten, die nicht oder nur unzureichend besetzt waren. Im Rahmen der Kampfhandlungen mussten sich daraufhin Beauregard und Johnston immer mehr zurückziehen, bis sie schließlich den Henry Hill erreichten. Andere konföderierte Truppen, die ursprünglich an den falschen Stellen stationiert waren, kamen als Verstärkung hinzu. So gelang es ihnen, die Angriffe des Gegners abzuwehren. Am Ende war die Schlacht bei Manassas für die Konföderierten trotz ihrer Unterzahl gewonnen. Immer mehr verstärkende Brigaden, eine bessere Positionierung von neuen und frischen Truppen auf dem Henry Hill, und ein Missverständnis bezüglich der Uniformen machte dies möglich.


Seinen nächsten Einsatz hatte Beauregard in der Schlacht bei Shiloh, die vom 06. April 1862 bis zum 07. April 1862 stattfand. Beauregard war hier stellvertretender Kommandeur von General Albert Sidney Johnston. Ihr direkter Gegner war General Grant, der bei Pittsburgh Landing am Tennessee 30000 Soldaten stationieren ließ, um die Konföderierten zu gegebener Zeit anzugreifen. Außerdem gab es noch General Buell, der ebenfalls mit seinen 45000 Soldaten auf dem Weg nach Pittsburgh Landing war. Die Konföderierten selber hatten ihre Truppen bei Corinth stationiert, um hier einen Eisenbahnknotenpunkt der wichtigsten Nord-Süd und Ost-West Bahnlinien zu halten. Johnston und Beauregard beobachteten die feindlichen Truppenbewegungen sehr genau und waren daher fest entschlossen, Grant mit einem Angriff zuvor zukommen, noch bevor Buell Pittsburgh Landing erreichen würde. Missverständliche und ungenaue Befehle, sowie starke Regenfälle, die die Flüsse überlaufen ließen und die Straßen in Morast verwandelten, waren Schuld daran, dass sich der Abmarsch, der am 5. April stattfinden sollte, um 12 Stunden verschob. Als es dann losging, regnete es immer noch, so dass die einzelnen Truppen ihre vorgesehenen Stellungen nicht rechtzeitig erreichten. Aus diesem Grunde schlug Beauregard Johnston vor, den Angriff abzublasen. Dieser weigerte sich jedoch, und so begann am 06. April die Schlacht bei Shiloh, deren Name sich von einer Kirche ableitete, die Shilohkirche genannt wurde.


Zunächst konnten die Konföderierten beim Vorstoß auf Pittsburgh Landing einige Erfolge verbuchen. Was folgte, war eine grausame Schlacht an einem Ort, der später wegen der surrenden Geschosse "Hornissennest" genannt wurde. Bei einen weiteren Angriffsversuch der Konföderierten, bei dem die Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten auf den Gegner zustürmten, wurde General Johnston jedoch tödlich getroffen. Dennoch konnten die Yankees zurückgedrängt werden und Beauregard, der nun das Amt des ersten Kommandanten inne hatte, beendete das Gefecht mit einem Sieg. Siegesgewiss dachte Beauregard, dass Schlachtfeld vom Gegner am nächsten Tag nur noch säubern zu müssen. Als jedoch Buells frische Truppen einen Angriff auf das Lager der Konföderierten starteten, wendete sich das Blatt. Nun musste Beauregard den Befehl zum Rückzug nach Corinth geben und am Ende war die Schlacht für ihn verloren.


Jetzt galt es, zumindest die Stadt Corinth zu halten. Aus diesem Grunde wurden Beauregards Truppen auf 70000 Soldaten verstärkt. Nach einiger Zeit war er jedoch der Ansicht, dass es keinen Sinn mehr habe, Corinth um jeden Preis zu verteidigen. So entschloss er sich am 25. Mai 1862 zum Abzug. Da Beauregard eine zerstörte und verpestete Stadt zurückließ, war er der Ansicht, mit dem Abzug einen Sieg errungen zu haben. Präsident Jefferson Davis teilte diese Ansicht aber nicht und ersetzte ihn daraufhin durch General Braxton Bragg.


Im Oktober 1862 wurde Beauregard von Präsident Davis wieder nach Charleston beordert, wo er nach dem Beschuss auf Fort Sumter 1861 als Kriegsheld gefeiert wurde. Nun hatte er hier wieder die Gelegenheit, sich zu beweisen. Diesmal attackierten acht Panzerschiffe der Union das Fort mit 140 Kanonenschüssen. Vierzig Geschosse erreichten ihr Ziel, richteten aber kaum Schaden an. Im Gegenzug wurden die Schiffe mit 2200 Projektilen der konföderierten Artillerie beschossen, wodurch eines versenkt werden konnte, und bei den anderen zumindest die Geschütztürme beschädigt wurden. Der Versuch der Union, Fort Sumter zurückzuerobern schlug damit fehl.


Im Mai 1863 hatte General Grand General Benjamin Butler den Befehl erteilt, den James River hinaufzufahren, um die Hauptstadt Richmond zu bedrohen. Zuvor sollte er die Eisenbahnlinie zwischen Richmond und Petersburg unterbrechen, um die Verbindung zwischen den beiden Städten zu stören. General Beauregard war von Davis inzwischen von Charleston ins südliche Virginia versetzt worden, um die beiden Städte zu verteidigen. Im standen dabei nur 5000 Soldaten zur Verfügung. Dennoch schaffte es Butler nicht, seine relativ leichte Aufgabe zu meistern, obwohl er über 30000 Soldaten verfügte. Am 5. Mai machte er zwischen Petersburg und Richmond halt. Wenn er nun entschlossen und energisch darangegangen wäre, die Bahngleise zwischen den beiden Städten zu sabotieren, hätte er ein leichte Spiel gehabt Richmond zu erobern. Er ließ sich aber mit der Zerstörung Zeit, so dass nur wenige Bahngleise unbrauchbar gemacht wurden.


Als Butler sich dann endlich dazu aufraffte, am 12. Mai den Befehl zum Vormarsch auf Richmond zu geben, hatten Beauregard die Truppen in der Stadt schon längst verstärkt. Vier Tage später - am 16. Mai 1864 - blies er zum Angriff. Es kam zu einer Schlacht bei Drewry´s Bluff, ca. 13 Kilomenter südlich von Richmond entfernt, bei der beide Seiten schwere Verluste zu verbuchen hatten. Schließlich konnten die Yankees zurückgetrieben werden, und zwar bis zu einer Landenge zwischen dem James und dem Appomattox River. Hier hatten sie zuvor Schützengräben angelegt, in denen sie nun vor den Südstaatlern Schutz suchten. Diese hatten die Verfolgung aufgenommen und sich ebenfalls in Schützengräben verschanzt. Jetzt hatte Butler keine Möglichkeit mehr, einen weiteren Vorstoß zu wagen, denn seine Truppen hatten sich festgesetzt oder wie Grant es ausdrückte, sie waren versiegelt, wie in einer festverkorkten Flasche.


Ca. einen Monat später - am 15. Juni 1864 - marschierten Unionstruppen auf Petersburg zu, das immer noch von einer Nottruppe von 2500 Soldaten gehalten wurde. Auch hier war Beauregard der zuständige Kommandant. Allerdings wurde die Stadt durch eine starke Verteidigungslinie geschützt. Die Konföderierten hatten nämlich auf einer Länge von 16 Kilometer Schützengräben errichtet, die mit 55 Geschützen bestückt waren. Da Beauregards direkter Gegner General William F. "Baldy" Smith nicht wusste, dass die Stadt so unterbesetzt war, zögerte er mit einem massiven Angriff, so dass im Laufe der Zeit auch hier die Truppen verstärkt werden konnten. Zwar schafften es die Yankees am 18. Juni, durch Einzelangriffen die Konföderierten aus ihren Schützengräben zu vertreiben, besiegt war der Gegner aber dadurch nicht. Dieser zog sich bis zum Stadtrand zurück, und den Yankees blieben nur die leeren Schützengräben. Die folgenden Angriffe blieben erfolglos, so dass man sich schließlich dazu entschloss, Petersburg zu belagern. Erst am 03. April 1865 wurde die Stadt von Unionstruppen eingenommen.


Nach dem Krieg wurde Beauregard Präsident einer Eisenbahngesellschaft (New Orleans, Jackson und Mississippi Railway). Als die ägyptische und rumänische Armee ihm hohe Kommandoposten anbot, lehnte er ab. Stattdessen übernahm er die Geschäftsführung der Staatslotterie von Louisiana. Außerdem schrieb er unter dem Pseudonym Alfred Roman zwei Bücher über militärische Themen. Pierre Gustave Toutant Beauregard starb am 20. Februar 1893 in New Orleans, Louisiana.



Home Die Kommandeure

Die

Kommadeure

Impressum /

Datenschutz

Lewis und Clark Seite 4 Aufbruch in den Westen