Don Carlos Buell (Union) wurde am 23. März 1818 in Lowell (Ohio) geboren. Er absolvierte 1841 die Militärakademie in West Point, und in den Kämpfen gegen die Seminolen sammelte er seine ersten Fronterfahrungen. Im mexikanischen Krieg, in dem er zwei Auszeichnungen erhielt, wurde er verwundet. Im September 1861 ging Buell nach Washington und half dem General George B. McClellan beim Aufbau der neuen Potomac-Armee. Ende 1861 übernahm er das Kommando über die Truppen in Kentucky, die zuvor von General Tecumseh Sherman befehligt wurden. Präsident Lincoln hatte seine Generäle dazu gedrängt, in Ost-Tennessee einzumarschieren. Sherman - der zu diesem Zeitpunkt noch nicht so kaltblütig war - lehnte jedoch eine Invasion ab, da er eine zu starke Präsenz der Konföderierten in Kentucky befürchtete. Die Folge war, dass er daraufhin nach Missouri versetzt wurde. Der neue Kommandeur Buell befahl nun General Thomas, die Invasion zu starten. Dieser machte sich mit seinen Truppen zwar auf dem Weg, wegen des strengen Winters konnte er aber den entscheidenden Vorstoß nicht fortsetzen.


Anfang 1862 befehligte Buell zusammen mit General Halleck eine 170000 Mann starke Armee, die von Ost-Kentucky bis Südwest Missouri postiert war. Dieser Armee standen 70000 konföderierte Soldaten gegenüber, die unter dem Kommando von Albert Sidney Johnston standen. Während Halleck für den Bereich Missouri zuständig war, der sich bis zum Cumberland River in östlicher Richtung erstreckte, hatte Buell die Befehlsgewalt über die Ohio-Armee jenseits des Flusses.


Angesichts der gewaltigen Übermacht, forderte Lincoln von beiden Generälen eine gemeinsame Offensive über die gesamte gegnerische Front. Beide waren aber ständig bestrebt, sich selber in den Vordergrund zu stellen, statt miteinander zusammenzuarbeiten, was der Unionsstreitmacht nicht gut tat. Allerdings unterstand dem Kommando Hallecks ein gewisser Ulysses S. Grant, der ein solches Konkurrenzdenken nicht kannte und bereit für eine Offensive war. So bat er seinen Kommandeur, Fort Henry am Tennessee einnehmen zu dürfen, das er für den schwächsten Punkt an Johnstons Front hielt, da sich die Südstaaten hauptsächlich auf die Stellungen am Mississippi konzentrierten. Während Helleck und Buell miteinander stritten, schlug Grand los, und zwar mit Erfolg. Am 6. Februar 1862 eroberte er mit seinen Truppen Fort Henry und 10 Tage später zudem noch Fort Donelson am Cumberland River. Buells Armee kam bei diesen Manövern gar nicht zum Einsatz, und so verfügte er über unverbrauchte und frische Soldaten, die sich der Stadt Nashville (Tennessee) widmen konnten, die dann schließlich am 23. Februar 1862 von Buell eingenommen wurde.


Am 7. April 1862 erreichte Buell mit seinen Truppen Pittsburg Landing (Tennessee), um sich mit Grants Truppen zu vereinigen. Grant selber hatte bereits am Vortag in der Nähe der Shilohkirche eine grausame Schlacht gegen die Konföderierten geführt. Während die Kampfkraft der Soldaten beider Seiten zu Ende ging, waren Buells Truppen wie bei Nashville noch hundertprozentig einsatzbereit. Also war es für Buell kein Problem, gemeinsam mit Grant den Gegner zu schlagen, worauf dieser sich bis nach Corinth zurückziehen musste. Ca. zwei Monate später jedoch, wurde die Stadt durch Unionstruppen unter General Halleck besetzt.


Im Juni 1862 hatte Buell den Befehl erhalten, von Corinth aus nach Chattanooga (Tennessee) zu marschieren, um das östliche Tennessee von den Konföderierten zu befreien. Zwar setzte er sich entlang der Bahnlinie in Bewegung, Chattanooga erreichte er jedoch nicht. Erstens hatte er es nicht besonders eilig, zweitens wurden seine Nachschublinien ständig von Partisanen überfallen und drittens musste er in Stevenson (Alabama) seine Pläne ändern. Denn nachdem General Bragg den Entschluss gefasst hatte, von Chattanooga aus in Kentucky einzufallen, musste Buell ihm folgen, um das zu verhindern. Da er es aber versäumte, trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit seiner Streitmacht, den Gegner anzugreifen, konnte Braggs Armee im September 1862 die Grenze von Kentucky ohne Probleme überschreiten. Buell selber ließ daraufhin seine Truppen in Louisville Stellung beziehen, sehr zum Ärger von Präsiden Lincoln und General Halleck. Beide hatten ihn immer wieder aufgefordert, sich schneller zu bewegen und einen Angriff zu starten. Erst nachdem sie ihn unter Druck gesetzt und ihm seine Abkommandierung angedroht hatten, wagte Buell endlich einen Angriff.


Was folgte, war die Schlacht von Perryville, die für beide Seiten außer hohen Verlusten nichts eingebracht hatte. Schließlich hatten sich die Konföderierten zurückgezogen und Buell weigerte sich, sie weiter zu verfolgen, da er befürchtete, vom Nachschub abgeschnitten zu werden. Wegen dieser Weigerung wurde er am 24. Oktober von Präsident Lincoln abgesetzt und sechs Tage später von General William S. Rosecrans ersetzt. Don Carlos Buell verließ die Armee am 23. Mai 1864. Danach war er als Geschäftsmann in der Eisen- und Kohleindustrie tätig. Buell starb am 19. November 1898 in Kentucky.



Home Die Kommandeure

Die

Kommadeure

Impressum /

Datenschutz

Lewis und Clark Seite 4 Aufbruch in den Westen