Ambrose Powell Hill (Konföderation) wurde am 9. November 1825 in Culpeper, Virginia geboren. Im Jahre 1842 ging er zur Militärakademie nach West Point, die er 1847 als 15. von 28 Rekruten abschloss. Seine ersten Kampferfahrungen sammelte er im Mexikokrieg, in dem er viele Kameraden traf, mit denen er im späteren Bürgerkrieg zusammen kämpfte. Außerdem war er im dritten Seminolenkrieg in diverse Gefechte verwickelt. Anschließend war er sieben Jahre im Büro des Superintendant der Küstenwache tätig. Am 18 Juli 1859 heiratete Hill eine gewisse Katherine "Dolly" Morgan McClung. Am 1. März 1861 beendete er seinen Dienst in der US-Armee, um als Oberst der 13. Virginia Infanterie der konföderierten Armee beizutreten. Bevor Hill am 26. Mai 1862 als Major General das Kommando über eine Division erhielt, kämpfte er - wie übrigens auch sein Namensfetter D. H. Hill - unter General Joseph Johnston gegen Unions-General McClellan, der im März 1862 seinen Halbinsel-Feldzug startete. Was folgte, war zunächst die Belagerung der Stadt Yorktown, in dessen Rahmen sich Johnston am 3. Mai 1862 zu einem Rückzug zum Chickahominy River entschloss. Anschließend hatte McClellan die Gelegenheit, die Hauptstadt Richmond zu belagern. Bis dahin hatte es noch keine größeren Gefechte zwischen den beiden Kriegsparteien gegeben, obwohl der träge McClellan dank seiner überlegenden Truppenstärke jederzeit hätte losschlagen können. Stattdessen kam es erst in der Nähe des Dorfes Seven Pines zu ersten Kampfhandlungen, bei denen auch A. P. Hill beteiligt war.


Wolkenbruchartiger Regengüsse am 30. Mai machten hier jedoch die Brücken des Chickahominy River unbrauchbar, so dass McClellans Truppen aufgeteilt wurden. General Johnston hatte nun die Chance, die halbe konföderierte Streitmacht zu vernichten. Er nutzte sie aber nicht, so dass die Schlacht am Ende für beide Parteien nichts eingebracht hatte. Da Johnston selber bei der Schlacht verletzt wurde, musste dieser durch General Robert E. Lee ersetzt werden, womit dieser nun Hills Kommandeur war.


Da McClellan es bei der Belagerung beließ und keinen Angriff wagte, nutzt Lee die Zeitverzögerung nicht nur dazu, Richmonds Verteidigungslinie auszubauen, er schmiedete sogar einen eigenen Schlachtplan, den er dann am 26. Juni 1862 in die Tat umsetzte. Und so war die Sieben-Tage-Schlacht, die bereits am Vortag begonnen hatte, voll im Gange. Hill war in dieser Schlacht voll eingebunden. Bereits am 26. war seine Division, die Hill's Light genannt wurde, in einem Gefecht bei Mechanicsville beteiligt. Sein direkter Gegner war General Fitz-John Porter.


In der Nähe des Dorfes hatten Hills Soldaten noch ein leichtes Spiel, da sich der Gegner nach einem leichten Gefecht sofort ergab. Etwas weiter - am Beaver Dam Creek - wurden seine Soldaten dann aber von den Yankees mit Gewehr- und Artilleriefeuer empfangen. 1400 Soldaten fielen auf dem Schlachtfeld, während sich der Rest zurückzog. Dennoch verzichtete McClellan plötzlich auf eine Fortsetzung der Belagerung, um seine Versorgungsbasis am James River zu verlagern. General Lee plante währenddessen am 27. Juni einen erneuten Angriff. Wieder war Porters Division das Ziel. Aber auch diese Attacke war zum Scheitern verurteilt. Der Erfolg hing, wie schon am Vortag, von General Jacksons Pünktlichkeit ab, und die ließ schon die ganze Zeit zu wünschen übrig. Hill war damit den größten Teil der Zeit auf sich allein gestellt, so dass seine Division Porter wieder nicht bezwingen konnte.


Ähnlich war die Situation am 30. Juli beim Dorf Glendale. Auch hier war ein gemeinsamer Vorstoß für einen Erfolg wichtig. Letztlich waren aber nur Hill und Longstreet rechtzeitig am Ort des Geschehens. Dennoch gelang es ihnen, in einer brutalen Schlacht 1000 Gefangene zu machen, jedoch unter erheblichen Verlusten in den eigenen Reihen.


Obwohl die Konföderierten während der Sieben-Tage-Schlacht fast jedes Gefecht verloren hatten, endete sie mit einem Rückzug der Yankees. Das strategische Ziel der Konföderierten, die Belagerung von Richmond zu beenden, war damit erreicht.


Am 13. Juli 1862 beorderte General Lee 12000 Soldaten zum Eisenbahnknotenpunkt Gordonsville, nordwestlich von Richmond. Kommandeur dieser Truppe war General "Stonewall" Jackson. Weitere 13000 Mann unter A. P. Hill sollten ebenfalls dorthin vorstoßen, um Jackson zu unterstützen. Bevor die Potomac-Armee ihr Ziel erreichte, kam es am Cedar Mountain bereits am 9. August zum ersten Gefecht, in dessen Verlauf Jacksons Soldaten von General Banks Truppen in die Flucht geschlagen wurden. Zwar gelang es A. P. Hills Divisionen daraufhin, seinerseits Banks wieder zurückzudrängen, dessen Divisionen konnten innerhalb von zwei Tagen aber wieder durch Popes Armee verstärkt werden, so dass es beiden gelang, Jackson zum Rückzug nach Gordonsville zu zwingen.


Während der zweiten Schlacht von Manassas (29.08. - 30.08.1862) kämpfte Hill ebenfalls an der Seite von General Jackson. Dank der Unterstützung von Longstreet, mussten sich aber diesmal die feindlichen Unions-Truppen unter General Pope zurückziehen.


Bei der Schlacht am Antietam (Maryland, 15.09. - 17.09.1862) rettete Hill in letzter Sekunde Lees rechte Flanke, die nach einem Angriff von General Burnsides Truppen kurz davor war zusammenzubrechen. Die Flanke wurde von General David R. Jones kommandiert, der nur noch über 3000 Soldaten verfügte, da die anderen den Rest der Front schützen mussten. Hill hatte unter General Jackson am 15. September Harper´s Ferry eingenommen und war zurückgeblieben, um die Kapitulationsbedingungen auszuhandeln. Jetzt erreichte er nach einem achtstündigen Gewaltmarsch das Schlachtfeld. Ohne eine Pause einzulegen, blies er zum Angriff auf Burnsides linke Flanke. Dieser war so überrascht und verwirrt, dass er die Demontage von Lees rechter Flanke abbrach und panikartig die Flucht ergriff. Trotz dieses Erfolges mussten die Konföderierten am Ende eine Niederlage hinnehmen, wenn auch nur in Form eines Rückzuges. Sie zu schlagen, wäre für die Yankees wegen ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit ein Leichtes gewesen. Der oberkommandierende General McClellan war aber wie immer zu zögerlich und ängstlich. Das war auch der Grund, dass er schließlich seinen Posten räumen musste. Sein Nachfolger wurde General Burnside. Dessen Ziel war nun die Hauptstadt Richmond. Auf dem Weg dorthin näherte er sich der Stadt Fredericksburg. Obwohl Burnside Anfangs eine gewisse Tatkraft andeutete, erwies sich auch dieser mit der Zeit als ziemlich träge. Dadurch hatte Lee die Gelegenheit, Fredericksburg durch Truppen zu verstärken. Einer dieser Truppen wurde von A. P. Hill kommandiert. Was folgte, war eine Schlacht, die vom 13. bis zum 15. Dezember 1962 tobte, und die diesmal für die Konföderierten erfolgreich war. Diesmal war es Burnside, der sich wieder zurückziehen musste.


Lee setzte nun alles daran, Fredericksburg zu befestigen. So ließ er ein 40 Kilometer langes Netz von Schützengräben ausgraben, um die Stadt zu schützen. Unions-General Hooker, der inzwischen Burnsides Posten übernommen hatte, verfolgte nun seinerseits das Ziel, die Stadt zu nehmen. Dazu ließ er seine Truppen zu einem Straßenknotenpunkt marschieren, der Chancellorsville genannt wurde. Nur von hier aus konnten Lees Stellungen rücklings über zwei Straßen erreicht werden. Lee wartete aber nicht auf einen Angriff des Feindes. Stattdessen schickte er 50000 Soldaten - u. a. auch Hills Division - in Richtung Chancellorsville, um gegen Hooker vorzugehen. Zusammen mit Jackson umgingen Hills Truppen die ungeschützte rechte Unions-Flanke, die von einem gewissen General Howard kontrolliert wurde. Am 2. Mai 1863 wurde der Angriff gestartet, und es folgten Gefechte, bei denen sich mal die Yankees zurückziehen mussten, und mal die Konföderierten. Hill selber wurde bei der Schlacht verwundet. Am Ende jedoch, konnten die Konföderierten den Sieg wieder für sich verbuchen, und das bei einer wesentlich schlechteren Ausgangssituation. Denn wieder waren die Unions-Truppen in der Überzahl, und wieder war es General Lee, der die richtigen Entscheidungen getroffen hatte.


Ende Juni 1863 hielten Longstreet und Hill, der mittlerweile das Kommando über das dritte Korps übernommen hatte, die Stadt Chambersburg (Pennsylvania) besetzt, und sie schickten sich an, auf Gettysburg (Pennsylvania) zuzumarschieren. Gettysburg hatte zwar keine strategische Bedeutung, in der Nähe befand sich aber eine Straßenkreuzung, die in der Folgezeit als Sammelpunkt beider Kriegsparteien diente. Die Unions-Truppen wurden nun von General Meade befehligt, nachdem Hooker freiwillig zurückgetreten war. Hill hatte inzwischen erfahren, dass es in der Stadt einen großen Vorrat an Schuhen gab, die seine Soldaten gut gebrauchen konnten. Daher gab er General Heth die Erlaubnis, die Schuhe am frühen Morgen des 1. Juli zu holen. Als Heths Truppen sich dem Stadtrand näherten, entwickelte sich eine zweistündige Schlacht, in dessen Verlauf die Konföderierten zunächst aufgehalten werden konnten. Immer mehr Truppen strömten daraufhin von allen Seiten auf Gettysburg zu. Es entstanden mehrere Gefechte, und zunächst sah es für die Konföderierten gut aus. Am 3. Juli bekam Longstreet von Lee den Befehl, die Mitte der Unions-Front auf dem Cemetery Ridge anzugreifen. Mit ca. 14000 Soldaten - zusammengestellt aus der gerade eingetroffenen Division von General Pickett und zwei Divisionen von General Hill - sollte er über ca. 1200 Meter offenes Gelände den 150 feindlichen Kanonen entgegen marschieren. Wiederwillig gab Longstreet den Befehl zum Angriff. Was folgte, war der größte Infanterieangriff des Bürgerkrieges. Auf einer Frontlänge von über anderthalb Kilometer gingen die konföderierten Soldaten gegen den Feind vor. Zunächst kamen sie noch gut voran. Kaum waren sie jedoch in Schussweite, eröffneten die Yankees das Feuer. Mit lautem Geschrei stürmten die Konföderierten auf den Hügel zu und je näher sie kamen, umso mehr fanden den Tod. Damit hatte diesmal General Lee eine Schlacht verloren. In der Nacht zum 4. Juli zog er sich daraufhin mit seiner Armee zum Potomac River zurück. Bei der Schlacht in der Wilderness am 5. und 6. Mai 1864 hatte Hill seinen nächsten Einsatz. Nachdem seine Truppen General Wilsons Kavallerie zum Rückzug zwangen, hatten sie nun die Gelegenheit, sich General Warrens linker Flanke zu nähern. Hills nachfolgender Angriff konnte aber von General Hancock abgewehrt werden. Am zweiten Tag erfolgte ein weiteres Gefecht zwischen Hancock und Hill. Hancock erzielte dabei beachtliche Erfolge. General Burnside hatte nun die Möglichkeit, Hills Streitmacht zu vernichten. Da er sich aber viel Zeit ließ, holte er nur einen Rückzug des Gegners heraus. Die Schlacht in der Wilderness hatte schließlich für beide Seiten nichts eingebracht. Beide Armeen verschanzten sich wieder in ihren ursprünglichen Stellungen. Weder Grant noch Lee hatten es geschafft, den jeweiligen Gegner zu vernichten. Insgesamt ca. 26000 tote und verwundete Soldaten waren zu beklagen, davon allein ca. 17000 auf Seiten der Union. Wie immer, war Lees Armee in der Unterzahl. Dennoch konnte er hier auch nicht von Grant bezwungen werden. Zwei Dinge waren dafür ausschlaggebend: Lees besseren Ortskenntnisse und das undurchdringliche Gelände in der Wilderness.


Nach der Schlacht in Spotsylvania (08.05.1864 - 12.05.1864) hatte General Grant immer wieder versucht, Lees Flanken zu durchbrechen, jedoch ohne Erfolg. Schließlich musste er einsehen, dass derartige Flankenmanöver außer Tote nichts einbrachte. Also fasste er den Entschluss, Lee aus seiner Stellung zu locken, indem er seine Truppen 40 Kilometer weiter südlich marschieren ließ. Das Ziel war ein Eisenbahnknotenpunkt, der am Südufer des North Anna River lag. Durch dessen Bedrohung wollte Grant Lee zum Kampf provozieren. Dieser ging auf die Provokation ein, insbesondere, nachdem er von Grants Plänen erfahren hatte. Auch Hill kam mit seinen Truppen hier zum Einsatz. Außer kleinere Gefechte gab es aber keine größere Schlacht. Da die konföderierten Truppen schon früher den Schauplatz erreicht hatten, gruben sie sich ein und machten den Yankees durch ihre Präsens klar, dass diese hier genau das vorfinden würden, wie in Spotsylvania. Nun verlagerte sich das Kriegsgeschehen 32 Kilometer flussabwärts an einer Straßenkreuzung, die Colt Harbor genannt wurde. Hier wagte Grant am 3. Juni 1864 noch einmal einen Frontalangriff, der von den Konföderierten aber erfolgreich abgewehrt werden konnte.


Während der Belagerung von Petersburg hatte Hill seinen letzten Einsatz. Hier war er an der Verteidigung der Stadt beteiligt. Als General Grant am 2. April 1865 noch einmal einen Sturmangriff auf die gesamte konföderierte Verteidigungslinie wagte, wurde A. P. Hill von einem Unions-Soldaten außerhalb von Petersburg getötet.

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