John Bell Hood

John Bell Hood (Konföderation) wurde am 1. Juni 1831 in Owingsville (Kentucky) geboren. 1853 absolvierte er die Militärakademie in West Point. Und in Texas und Kaliforniern sammelte er seine ersten Kriegserfahrungen als 1. Lieutenant der 2. US-Kavallerie. Am 17. April 1861 verließ er die US-Arme und trat in den Dienst der Armee der Konföderation ein. Zunächst wurde er in Kentucky mit Rekrutierungsaufgaben betraut und anschließend nach Yorktown (Virginia) versetzt. General Hood galt als Draufgänger. Bevor er im März 1862 am Halbinsel-Feldzug teilnahm, hatte er bereits zwölf Feldeinsätze hinter sich. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen war er zwar gewillt zu kämpfen, ihm fehlte es aber in seinen jungen Jahren an Erfahrung und Reife für eine Führungsposition. Mit 33 war er bereits Befehlshaber einer ganzen Armee. Als Präsident Davis im Juni 1864 General Joseph Johnston durch Hood ersetzen ließ, meinte General Lee "Hood sei zwar durch und durch Löwe, aber keine Spur Fuchs".


Bei der 7-Tage-Schlacht, die vom 25.06 - 01.07.1862 stattfand befehligte Hood eine Texas-Brigade, die einen Angriff entlang der ganzen konföderierten Linie ausführen sollte. General Lee hatte zuvor mehrere Pläne geschmiedet, die teilweise ohne Erfolg ausgeführt oder geändert wurden. Hood gelang es jedoch, die Mitte der Linie zu durchbrechen und schließlich zu zerschlagen. Unions-General McClellan, dessen Aufgabe es war, Lees Verteidigungsanlagen um Richmond (Virginia) zu durchbrechen, musste daraufhin sein Vorhaben abbrechen und sich zurückziehen. Das strategische Kriegsziel der Konföderierten war damit erreicht, jedoch nicht Lees Ziel, die gesamte Potomac-Armee zu vernichten.


Am 6. September 1862 marschierten die konföderierten Truppen unter General Lee in Frederick City (Maryland) ein. Bei der folgenden Schlacht am Antietam Creek hatte Hood die Befehlsgewalt über eine Division von General "Stonewall Jackson". Am 17. September kam es hier zu einem Gefecht in einem Maisfeld, das sich in der Nähe der so genannten Dunker-Kirche befand. Die zahlenmäßig stärkeren Unionstruppen drangen dabei immer weiter in das Maisfeld vor, konnten aber dennoch von den Konföderierten aufgehalten werden. Als Hood sich anschickte, zusammen mit General D. H. Hill einen Gegenangriff zu starten, gelang es ihm zunächst sogar das Maisfeld teilweise zurückzuerobern. Die Kämpfe, die dabei entstanden, waren für die damalige Zeit ungewöhnlich. Es gab keine Formation oder Linie, stattdessen wurden mehrere kleine Kämpfe - teilweise Mann gegen Mann - ausgefochten. Am Ende jedoch, waren die Verluste der Konföderierten so hoch, dass sich Hood und Hill schließlich entgültig bis zur Dunker-Kirche wieder zurückziehen mussten. Danach wurde der Rest von Hoods Division noch einmal durch General Sedgwicks Truppen bedrängt. Hood Division war jedoch durch General McLaws Soldaten verstärkt worden, und so konnte Sedgwick nach einem weiteren brutalen Gefecht zurückgedrängt werden. Damit kam Hood noch relativ glimpflich davon. Am Ende der Schlacht jedoch ging der Sieg auf das Konto der Union, während sich General Lee wieder nach Virginia zurückziehen musste.


In der Schlacht bei Gettysburg, die vom 01. Juli 1863 - 03. Juli 1863 stattfand, hatte Unions-General Sickles eigenmächtig seine Division vorverlegt, so dass er von der übrigen Front abgeschnitten war. General Hood, der zu diesem Zeitpunkt unter dem Kommando von General Longstreet stand, sollte nun zusammen mit General McLaws die abgeschnittenen feindlichen Divisionen anzugreifen. General Longstreet hatte eigentlich ein anderes Manöver im Sinn, aber General Lee bestand auf diesen Angriff.


Mit lautem Gebrüll stürmten 15000 konföderierten Soldaten auf den Feind zu. Der Angriff war vernichtend. Zunächst wurden die Unions-Einheiten von Hoods Männern aufgerieben. Danach schlugen in einer Birnenplantage McLaws Truppen mit erbarmungsloser Härte zu. Bei den Kämpfen, die als die Blutigsten des gesamten Krieges galten, verlor General Sickles ein Bein. Das Gefecht fand in der Nähe eines Hügels statt, der Little Round Top genannt wurde. Dieser sollte eigentlich von Sickles Männern besetzt werden. Als Hood jedoch erkannte, dass das Gegenteil der Fall war, fasste er den Schluss, den Hügel mit Artillerie zu besetzten. Als General Meades Soldaten das sahen, setzten sie alles daran, den Hügel doch noch vor dem Feind einzunehmen, was ihnen auch gelang. Dennoch ließ Hood von seinem Vorhaben nicht ab. Immer wieder ließ er seinen Männer den Little Round Top hinaufstürmen.


Und tatsächlich sah es Anfangs so aus, als würden sie die Yankees bezwingen. Mit dem Mut der Verzweifelung stürmten daraufhin die Unions-Soldaten mit aufgepflanzten Bajonettes den Hügel herunter. Der Schock der Konföderierten über diese Aktion war dabei so groß, dass sich der größte Teil der Soldaten ergab. Hood selber wurde an seinem linken Arm verletzt, den er dann bis zu seinem Lebensende nicht mehr bewegen konnte.


General Lee, der es gewagt hatte, zum zweitenmal in Feindesland vorzudringen, musste sich nach der Schlacht bei Gettysburg wieder geschlagen geben, und sich über den Potomac River zurückziehen.


Hoods Arm war für ihn nicht der einzige körperliche Verlust in diesem Krieg. Bei der Schlacht am Chickamauga (Tennessee - 19.09.1863 bis 20.09.1863) überlebte er nur mit Mühe und Not eine Beinamputation. Die Schlacht endete damit, dass sich die Yankees wieder nach Chattanooga zurückziehen mussten, die Stadt, die sie zuvor kampflos eingenommen hatten.


Nach langer Erholungspause übernahm Hood in Georgia das Kommando von General Joseph Johnston. Dieser hatte sich von Mai bis Juli 1864 vor Shermans Truppen immer weiter bis nach Atlanta zurückgezogen. Massive Angriffe auf den Feind hatte er stets vermeiden wollen, und wenn er sich dennoch genötigt fühlte anzugreifen, dann meistens ohne Erfolg. Hood missbilligte Johnston Verhalten und in Richmond hielt er sich mit seiner Kritik über ihn nicht gerade zurück. Schließlich erhielt Johnston von Präsident Davis noch einmal eine Chance, die er aber nicht nutzte, worauf Hood ihn - wie oben schon erwähnt - ablöste.


Aber auch Hood gelang es nicht, Shermans Vormarsch zu stoppen. Was folgte, war die Belagerung Atlantas. Die Stadt wurde nun durch Unions-Artillerie unter Beschuss genommen und die Einnahme war nur noch eine Frage der Zeit. Nachdem Hood am 31. August 1864 noch einmal den vergeblichen Versuch unternahm, gegen die Yankees vorzugehen, musste er die Stadt schließlich am 1. September aufgeben.


Hood marschierte daraufhin mit seinen Truppen in Richtung Norden und zerstörte dabei eine für General Sherman wichtige Bahnlinie. Zwar ließ dieser Hood zunächst verfolgen, schließlich gab er aber dieses Vorhaben auf, weil er für eine dauerhafte Kontrolle der Bahnlinie keine Zeit und keine Soldaten hatte. Stattdessen hielt er es für Sinnvoller, den Feldzug quer durch Georgia bis zur Südküste fortzusetzen. Und so kam es, dass sich die verfeindeten Parteien in entgegengesetzter Richtung voneinander wegbewegten. Die Yankees in Richtung Süden, die Konföderierten in Richtung Norden.


Trotz der schmachvollen Niederlage hatte General Hood große Pläne vor Augen. Pläne, die praktisch gar nicht durchführbar waren. Ein Plan, der vielleicht noch erfolgreich ausgeführt werden konnte, war die Einnahme von Nashville in Tennessee. Voraussetzung war aber ein entschlossenes und schnelles Vorgehen. Diese Vorraussetzung erfüllte Hood aber nicht. Statt dessen wartete er zunächst 20 Tage lang auf Vorräte, die er sich schon vorher hätte besorgen müssen.


Hood hatte während seines Feldzuges zwei Hauptgegner vor sich. Das waren zum einen General Schofield, zum anderen General Thomas. Im Rahmen der Kampfhandlungen, die sich zwischen den beiden Parteien ergaben, zog sich Schofield mit seinen Truppen zunächst bis nach Franklin (North Carolina) zurück, um sich hier gegen den Feind zur Wehr zu setzen. Schofields Soldaten hatten sich gut verschanzt und es wäre Wahnsinn gewesen, einen Angriff durchzuführen. Dennoch gab Hood am 30. November 1864 den Befehl. Seine Kommandeure legten zwar Protest ein, aber es half nichts.


Und so mussten 22000 konföderierte Soldaten gegen den gut verschanzten Feind stürmen. Siebentausend kamen nicht mehr zurück. Fünf Stunden dauerte die Schlacht, bis Hood erkennen musste, dass sein Vorhaben gescheitert war. Schofield hatte nun die Möglichkeit, sich wieder zurückzuziehen. Diesmal bis nach Nashville (Tennessee), wo General Thomas sich ebenfalls auf einen Kampf vorbereitet hatte. Als Hood nach einer weiteren Verfolgungsjagd die Stadt erreicht hatte, begann er sofort damit, Verteidigungslinien um die Stadt zu errichten.


Am 15. Und 16. Dezember kam es daraufhin zu einer weiteren Schlacht, in deren Verlauf Hood zum zweitenmal eine herbe Niederlage hinnehmen musste. Eine komplette Vernichtung - wie Thomas es vor hatte - blieb Hood jedoch erspart.


Im Januar 1865 verließ John Bell Hood auf eigenem Wunsch die Armee. Nach Kriegsende war er in New Orleans zunächst als Geschäftsmann, dann als Versicherungskaufmann beschäftigt. Im Jahre 1879 erkrankte er an Gelbfieber, durch das er am 30. August des selben Jahres verstarb.


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