Am 19. April 1861 verhängte Abraham Lincoln eine Blockade vor den südlichen Küsten der Konföderation. Die Hauptaufgabe der US-Navy bestand von da an darin, konföderierte Handelsschiffe zu blockieren, die an der 5600 Kilometer langen Küste den Nachschub transportierten. Anfangs waren knapp drei Dutzend Blockadeschiffe im Einsatz. Diese Anzahl war aber viel zu klein, so dass nicht einmal jedes zehnte Schiff abgefangen wurde. Es mussten also wesentlich mehr Schiffe angeschafft werden. Zu diesem Zweck berief Lincoln den Rechtsanwalt und Journalist Gideon Welles bereits am 01. März 1861 zum Marineminister. Zwar war es reine Dankbarkeit, da Welles Lincoln bei dessen Präsidentschaftskandidatur unterstützt hatte, dennoch erwies er sich in der Folgezeit als fähiger Mann. Kaum hatte Welles den Posten inne, setze er alles daran, die Unions-Flotte zu vergrößern. So charterte und kaufte er jedes Schiff, das im Norden verfügbar war. Es spielte keine Rolle, zu welchem Zweck diese Schiffe ursprünglich gebaut wurden. So wurden auch Frachter, Passagierdampfer und Fähren mit Geschützen ausgerüstet und für die Blockade verwendet. Auf diese Weise konnte die Flotte in kürzester Zeit schnell und billig vergrößert werden. Zu einer schlagkräftigen See-Streitmacht benötigte man aber auch spezielle Kriegsschiffe, was Welles dazu veranlasste, gleichzeitig ein großes Bauprogramm zu schaffen. Anfangs hielt er sich jedoch mit dem Bau von Panzerschiffen zurück. Er hatte bereits 1843 schlechte Erfahrungen beim misslungenen Bau eines Panzerschiffes gemacht und hielt das ganze für "neumodischen Kram".


Jetzt war er aber durch ein Gesetz dazu gezwungen zu handeln, und so setzte er eine Marinekommission zusammen, um die von zahlreichen Schiffsbauern eingereichten Pläne prüfen zu lassen. Am 03. August 1861 wurden ihm 1500000 Dollar für den Bau von Panzerschiffen zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zur Konföderation gab es für die Union keine Probleme, Schiffe industriell zu fertigen. Es gab sechs große Marinewerften in Baltimore Philadelphia, Portsmouth, Washington, Brooklyn und Bosten. Zudem noch eine große Anzahl von kleinen privaten Werften. Außerdem verfügte der Norden über sechs große Waffenfabriken. Am Jahresende besaß die Union 264 Schiffe. Davon waren 52 gebaut worden und 136 waren gekauft. Der Rest stammte aus der Vorkriegsmarine. Nach Kriegsende verfügte die Union über 626 Schiffe.


Im Gegensatz zum Norden hatte es der Süden wesentlich schwerer, eine schlagkräftige Flotte zu schaffen. Das lag zum einen daran, dass es an Ressourcen fehlte, zum anderen gehörte die Seefahrt nicht gerade zur Tradition des Südens. Dennoch musste auf die Blockade der Union reagiert werden. Das Problem war, dass eine Kriegsmarine von Grund auf aus dem Boden gestampft werden musste. Zu diesem Zweck wurde Stephen R. Mallory von Präsident Davis zum Marineminister ernannt. Da Virginia sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht der Konföderation angeschlossen hatte, konnte Mallory noch nicht über die dort ansässigen Eisenwerke, Schmelzöfen und Werften verfügen. Daher wurden Einkäufer nach New York, Philadelphia, Baltimore, Kanada und New Orleans geschickt, um dort Schiffe, Waffen, Fabrikanlagen und geeignete Arbeiter zu besorgen. Auch in Europa - insbesondere in England - wurden Aufträge für den Bau von Schiffen erteilt. Diese durften aber lt. englischem Gesetz nicht als Kriegsschiffe ausgeliefert werden. So wurden sie erst außerhalb der britischen Hoheitsgewässer mit Kanonen bestückt. Es gab aber auch Schiffe, die man nachträglich nicht bewaffnet konnten. So wurden beispielsweise zwei Schiffe in Auftrag gegeben, die mit drehbaren Geschütztürmen ausgerüstet waren. Daher waren sie von vornherein als Kriegsschiffe erkennbar. Nach einem Protest der Union wurden sie deshalb nie in den Dienst der Konföderation gestellt.


Nachdem sich die Einzelstaaten der Konföderation angeschlossen hatten, versuchten diese jeweils, eine eigene Marine aufzustellen. Dazu verwendeten sie von der Union beschlagnahmte Schiffe. Mellory verhinderte das, indem er seinerseits den Einzelstaaten ihre Schiffe abnahm und diese der konföderierten Navy überstellte. Die Schiffe taugten für den Kriegsdienst zwar nicht viel, sie waren aber besser als gar nichts.


Der Aufbau einer Marine war aber nicht die einzige Anstrengung, die Blockade der Union zu brechen. Auch Privatleute hatten nach dem 17. April 1861 das Recht, Schiffe der Union zu kapern. Dazu mussten diese nur einen so genannten Kaperbrief beantragen. Und schließlich befahl Präsident Davis die Entwicklung neuer Waffensysteme wie Seeminen,

U-Boote und Torpedoboote, die aber im gesamten Krieg eine geringe Bedeutung hatten. Für eine ausgereifte Technik hatte man einfach zu wenig Zeit. Erst später wurden diese Neuerungen durch neue Erfindungen weiterentwickelt und erfolgreich eingesetzt.

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