Der amerikanische Bürgerkrieg: Die U-Boote

Schon im Jahre 1624 war es der holländische Arzt Cornelius van Drebbel, der mit seinem Tauchboot eine Tauchfahrt in der Themse von Westminster bis nach Greenwich unternahm. Der Tauchversuch des Engländers Day im Jahre 1774 endete jedoch kläglich, da er mit seinem U-Boot unterging.


Ein Jahr später entwickele der Amerikaner David Bushnell das Tauchboot "Turtle", mit dem Sergeant Ezra Lee 1776 versuchte, an einem englischen Blockadeschiff eine Sprengladung anzubringen. Der Versuch misslang jedoch, so dass Bushnell ein weiteres Jahr später selber einen weiteren Versuch startete. Dabei wollte er das britische Kriegsschiff HMS Cerberus versenken, indem er an seinem U-Boot eine lange Stange befestigte, an deren Ende sich ein Sprengsatz mit Aufschlagzünder befand (Spartorpedo). Aber auch dieser Versuch scheiterte.


Während des amerikanischen Bürgerkrieges entwickelten die Nordstaatler zwei U-Boote. Dazu wurde speziell ein französischer Ingenieur eingestellt. Das erste U-Boot hieß Alligator und hatte eine Länge von ca. 14 Meter. Sechzehn Besatzungsmitglieder hatten darin Platz. Der größte Teil der Besatzung war damit beschäftigt, die Schraube mittels einer Kurbel anzutreiben. Dank einer Luftreinigungsanlage wurden sie vor dem Erstickungstod bewahrt. Neben einem Spartorpedo besaß das U-Boot auch eine Luftschleuse für Taucher. Das Boot kam jedoch nie zum Einsatz, da es auf der Fahrt von Philadelphia zur Chesapeake Bay - es wurde dabei geschleppt - in einem Sturm unterging.


Das zweite U-Boot der Union hieß Intelligent Whale. Scovel S. Merriam und O. S. Halstead waren die Konstrukteure. Gebaut wurde es von Augustus Price und Cornelius Bushnell, der das Projekt auch finanzierte. Das Boot war ca. 9 Meter lang und konnte 6 bis 13 Männer aufnehmen. Obwohl das Boot in der Lage war, mehrere Stunden zu tauchen, kam es ebenfalls nicht zum Einsatz.


Die Konföderierten befassten sich ebenfalls mit der Konstruktion von U-Booten. So waren es die Privatleute Baxter Watson, James R. McClintock, Robert Barrow und Horace L. Hunley, die ein 7 Meter langes, 1,3 Meter breites und 1,3 Meter hohes U-Boot bauten. Das Boot, das auf den Namen Pioneer getauft wurde, war 4 Tonnen schwer und wurde mittels Pedale, die eine Schiffsschraube in Bewegung setzten, angetrieben. Heck und Bug liefen konisch aus. Außerdem war am Heck ein Tiefenruder angebracht. Gebaut wurde das Boot für Kaperzwecke. Aus diesem Grund beantragten die Erbauer am 29. März 1862 einen Kaperbrief. Zum Einsatz kam es allerdings nicht, weil sie wahrscheinlich während der Einnahme von New Orleans durch die Union am 29. April 1862 von der Konföderation selber zerstört wurde.


Auch das zweite von Hunley, McClintock und Watson in Mobile gebaute U-Boot konnte nicht eingesetzt werden. Für einen Angriff auf eine Blockadeflotte sollte es in deren Nähe geschleppt werden, sank aber, bevor es ankam. Das dritte U-Boot der drei Konstrukteure sollte ursprünglich mit Dampf angetrieben werden. Wegen Sauerstoffmangels war diese Antriebsmethode aber zum Scheitern verurteilt. Auch die Idee eines elektro-magnetischen Antriebs wurde verworfen, da das ganze für die damalige Zeit zu kompliziert war. Also begnügte man sich wieder mit einem Pedalantrieb. Das Boot hatte einen Durchmesser von 2 Meter, war 12 Meter lang und konnte 8 Besatzungsmitglieder aufnehmen, die über zwei Einstiegsluken in das Innere gelangten. Bewaffnet war das Boot mit einem an einer langen Stange befestigten "Torpedo". Ob die H. L. Hunley, so wie das Boot genannt wurde, erfolgreich war, sei dahingestellt. Zwar konnte es am 17. Februar 1864 die USS Housatonic versenken, ging dann aber bei diesem Manöver selber unter. Und zuvor gingen bei den Probefahrten 5 Besatzungen verloren, wobei bei der letzteren auch der Namensgeber H. L. Hunley ums Leben kam. Die Attacke gegen ein feindliches Schiff war die erste und auch die letzte im amerikanischen Bürgerkrieg. Erst im 1. Weltkrieg wurden wieder U-Boote eingesetzt.

Home Die Kriegswaffen

Die

Kriegswaffen

Impressum /

Datenschutz

Lewis und Clark Seite 4 Aufbruch in den Westen