Charles Goodnight
Berühmte Rinderbarone Charles Goodnight

Charles Goodnight war im Wilder Westen der berühmteste Rinderbaron. Er galt als mutiger und tatkräftiger Mann, der immer neue Ideen hatte und nach immer neuen Möglichkeiten suchte, Rinder an den Mann zu bringen. Goodnight wurde im Jahre 1836 in Macoupin County, Illinois, geboren. Im Alter von 10 Jahren ging er mit seiner Mutter und seinem Stiefvater nach Texas, wo er 10 weitere Jahre später das Rindergeschäft kennen lernte. Zunächst arbeitete er aber als Frachtführer zwischen Fort Worth und dem Palo Pinto County. Danach kämpfte er im Bürgerkrieg bei den Texas-Rangern gegen Indianer und Banditen. Anschließend gründete er mit einem gewissen J. W. Steek im Palo Pinto County eine Ranch, auf der er über 7000 Rinder zusammentreiben konnte. Da Goodnight in diesem Gebiet aber ständig von Indianern bedroht wurden, dezimierte sich seine Herde bis auf 5000 Stück, und im Jahre 1866 besaß er schließlich keine Herde mehr. Dennoch war er zuversichtlich, mit Rindern gute Geschäfte machen zu können, solange man sie nicht - so dachte Goodnight - im Mittelwesten verkauft. Sein Ziel war New Mexiko, wo über 7000 Navajos und Apachen in ihren Reservaten mit Fleisch versorgt werden mussten. Auch die Soldaten in der Gegend waren dankbar Abnehmer. Jetzt musste Goodnight nur noch einen Weg finden, um nach New Mexiko zu gelangen. Die eine Route, die nach Santa Fé führte, wurde von Comanchen belagert. Es gab so gut wie keine Chance, eine Rinderherde unbeschadet durch dieses Gebiet zu führen. Bei der anderen Route hatten man weder einen Angriff von Indianern noch von Banditen zu befürchten. Hierbei handelte es sich um eine Postkutschenstrecke durch die Staked Plains, die bereits im Jahre 1846 eingeführt wurde.


Dennoch gab es einen Nachteil, der nicht zu unterschätzen war: Auf dieser Strecke gab es kein Wasser. Erfahrene Rancher rieten Goodnight davon ab, diesen Weg zu nehmen. Auch ein gewisser Oliver Loving - ein alter erfahrener Treiber - warnte ihn davor. Dennoch gelang es Goodnight, Loving davon zu überzeugen, mit ihm zusammen eine Herde über diese Route nach New Mexiko zu treiben. Beide stellten eine gemischte Herde von 2000 Rinder zusammen. Wie zu erwarten, machte die unsagbare Hitze Mensch und Tier zu schaffen. Nach zwei Tagen war der Durst der Rinder so groß, dass sie nicht mehr rasten wollten. Zwar gab es auf der ganzen Strecke kein klares, reines Wasser, einige giftige Wasserlöcher waren aber schon zu finden. Und hier hatten die Cowboys alle Mühe, die Herde davon fernzuhalten, was ihnen nicht immer gelang, so dass ein Teil der Herde verloren ging. Der Durst war aber auch für die Cowboys unerträglich. Nachdem ihnen das Wasser ausging, sollen sie das Blut von Pferden oder verstorbene Rinder getrunken haben.


Mit großer Mühe erreichte der Treck schließlich den Rio Pecos. Aber auch hier mussten die Cowboys aufpassen, dass sich die Rinder nicht durch ihre Gier nach Wasser gegenseitig im Fluss ertränkten. Am Ende erreichten sie dann Fort Summer. Hier konnten Goodnight und Loving die Rinder für gutes Geld verkaufen. 300 Tiere sind auf dem Weg verlorengegangen, was angesichts dieser Strapazen akzeptabel war. Die Route, die in der Folgezeit noch von zahlreichen Rancher genutzt wurde, wurde als Goodnight-Loving-Trail bekannt.


Es dauerte nicht lange, bis auch die Comanchen vom regen Rindertreiben auf dem Trail erfuhren, so dass sie ihre Raubzüge dorthin verlagerten. Einige Rancher wurden daraufhin überfallen und ihre Herden aufgerieben. Auch Goodnight und Loving hatten auf einen ihrer Trails das Pech überfallen zu werden, so dass ihnen am Ende 1000 Rinder fehlten. Hinzu kam noch, dass sie diesmal zuviel von dem hatten, was ihnen bei ihrem ersten Treck auf dieser Route fehlte: Wasser. Es regnete tagelang, so dass sie in kniehohem Schlamm steckten. Ein weiterkommen war nur noch schwer möglich. Loving beschloss daher, zusammen mit dem Cowboy Bill Wilson nach Fort Summer vorauszureiten. Er ignorierte die Gefahr vor den Indianern.


Und so kam es, dass beide am dritten Tag überfallen wurden. Zwar konnten sie sich noch bis zum Rio Pecos retten, Loving wurde dabei aber schwer verwundet. Wilson kehrte daraufhin - nachdem er einen Indianer getötet hatte - zur Rinderherde zurück, um Hilfe zu holen. Als er mit den Cowboys an den Rio Pecos zurückkam, um Loving zu retten, war dieser verschwunden. Mexikaner hatten ihn gegen ein Entgeld von 150 Dollar nach Fort Summer gebracht, wo er aber an einer Wundinfektion starb.


Im Jahre 1872 kaufte Charles Goodnight 10000 Rinder vom Rinderbaron John Chisum. Etwas später fand er eine neue Route über Trincheras nach Colorado. Nachdem er im Jahre 1873 geheiratet hatte, verlor er sein ganzes Vermögen, da die Bank in Puelbo, Colorado bankrott machte. Dennoch erholte er sich von diesem Schock und ging eine Partnerschaft mit dem Engländer James T. Hughes und dem Schotten J. C. Johnston ein.


Im Gegensatz zu vielen anderen Ranchern, vertrug sich Goodnight mit den Indianern. Er verhandelte mit ihnen und versorgte sie mit Rindern, da die Jagd nach Büffel immer schwieriger wurde. Auch mit Schafzüchtern - eigentlich die Erbfeinde der Viehzüchter - gab es ein friedliches nebeneinander. Goodnight gestattete ihnen eine Nutzung der Wasserstellen und der Weideflächen. Charles Goodnight starb im Jahre 1929.

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