Die Smith und Wesson Revolver

Bei den Revolvern von Samuel Colt, Eliphalet Remington und allen anderen Unternehmen im Wilden Westen, handelte es sich um Perkussionsrevolver, bei denen die einzelnen Kammern der Trommel von vorne geladen werden mussten. Ein gewisser Rollin White meldete am 3. April 1855 jedoch einen Revolver zum Patent an, bei dem die Geschosskammern durchgebohrt waren, so dass diese nun von hinten geladen werden konnten. Horace Smith und Daniel B. Wesson erkannten schnell die Bedeutung dieses Details und erwarben im Jahre 1856 die Nutzungsrechte des Patents. Für alle anderen Revolverhersteller kam die Erkenntnis, dass diese Idee die Revolution in der Waffentechnik bedeuten würde, zu spät. Sie mussten an Smith und Wesson hSmith und Wesson Model Nr. 1ohe Lizenzgebühren zahlen, wenn sie ihre Perkussionsrevolver auf Hinterlader umrüsten wollten. Dem größten Revolverhersteller in Amerika, Samuel Colt, verweigerten sie jedoch diese Genehmigung, um die Weiterentwicklung von Colt-Revolvern zu stoppen. Als im Jahre 1857 das Patent für Perkussionsrevolver von Colt auslief, produzierten Smith & Wessen ihren ersten Revolver, das Modell Nummer 1. Die Waffe wurde mit so genannten Randfeuerpatronen geladen. Hierbei handelte es sich um eine Hülse aus Kupferblech, die mit Schwarzpulver gefüllt war. Im Bodenrand der Hülse befand sich die Zündmasse. Das ganze wurde dann mit der Kugel verschlossen. Beim Aufprall eines Bolzen auf den Rand der Patrone, wurde die Zündmasse entfacht, wodurch wiederum das Schwarzpulver gezündet wurde. Der Revolver wurde in einer kleinen Waffenfabrik in Springfield, Massachusetts, produziert.


Das Modell Nr. 1 mit dem Kaliber .22 hatte einen Lauf, der nach oben gekippt werden konnte. Zum laden und entladen wurde dann die 7-schüssige Trommel entfernt. Der Revolver besaß auch einen Single-Action-Abzug, bei dem der Hahn zuerst gespannt wurde, und erst nach Betätigung des Abzugs auf den Rand der Patrone aufschlug. Bis 1879 wurden ca. 250000 Exemplare dieses Modells verkauft. Es gab drei Varianten, die sich in kleine technische Details unterschieden. So hatten beispielsweise die ersten beidSmith und Wesson Model Nr. 2en Varianten Lauflängen von 8,1 cm, während der Lauf der dritten Variante 7,6 cm lang war. Smith und Wesson Modell Nr. 2 Einen wesentlich robusteren Revolver mit dem Kaliber .32 brachten Smith & Wesson im Jahre 1861 auf dem Markt. Das Modell Nummer 2 hatte ebenfalls einen Single-Action-Abzug, eine 6-schüssige Trommel und wurde mit Lauflängen von 12,7 und 15 cm produziert. Der nur 650 Gramm schwere Revolver war bei den Offizieren der US-Armee sehr beliebt, weshalb er auch teilweise "Nr. 2 Army" genannt wurde. Seit 1864 wurden mehrere kleinere Versionen des Modell Nummer 2 angeboten. Sie hatten ein Gewicht von nur 420 Gramm, waren 5-schüssig und trugen die Bezeichnung Modell Nummer 1 ½. Die Taschenrevolver, die zumeist eine Lauflänge von 9 cm hatten, wurden zwischen 1864 und 1875 hergestellt. Die einzelnen Modelle unterschieden sich ebenfalls nur in kleinen Details und wurden u. a. "1 ½ Old Model" oder "1 ½ New Model" genannt.


Bei den vorangegangenen Modellen handelte es sich um mittelgroße Revolver bzw. um Taschenrevolver. Das erste schwere Armeemodell wurde 1869 auf dem Markt gebracht. Die Waffe "American Nummer 3" hatte einen Kipplauf, bei dessen Betätigung ein sternförmiger Hülsenauswerfer alle leerenSmith und Wesson Model Nr. 3 Hülsen gleichzeitig herausschleuderte. Durch diese Besonderheit war es möglich, den 6-schüssigen Revolver im Kaliber .44 in kürzester Zeit zu entladen. Mit seiner Lauflänge von ca. 20 cm und seiner Gesamtlänge von 34 cm, hatte er ein Gewicht von 1250 Gramm. Eine weitere Besonderheit war die, dass der Revolver nicht mehr mit Randfeuerpatronen, sondern mit Zentralfeuerpatronen bestückt werden konnte. Randfeuerpatronen hatten den Nachteil, dass man sie nicht Wiederladen konnte. So war man auf Händler angewiesen, die meistens nur in den Großstädten zu finden waren. Zentralfeuerpatronen hingegen konnte jeder mit einem Zündhütchen, Pulver und mit einer Kugel neu bestücken. Dazu war nur ein relativ einfaches Gerät erforderlich.


Colonel George W. Schofield machte im Jahre 1870 Vorschläge für die Verbesserung des Modells Nr. 3. Smith & Wesson begaben sich sofort an die Arbeit, und lieferten schließlich einen Revolver, der "Modell Schofield" genannt wurde. Das Neue an dieser Waffe war ein verbessertes Verriegelungssystem zSmith und Wesson Model Shofieldwischen Laufschiene und Rahmen. Außerdem war der Lauf kürzer, er hatte nur noch eine Länge von 18 cm. Der Revolver hatte diesmal ein Kaliber von .45, eine 6-schüssige Trommel und wie bei seinen Vorgängern ein Single-Action-System. Die Armee kaufte nur 9000 Exemplare vom Modell Schofield, obwohl es sich um einen ausgezeichneten Revolver handelte. Aber auch das Transportunternehmen Wells und Fargo bezog diese Waffe, allerdings mit einer LaufläSmith und Wesson Model Russiannge von nur ca. 13 cm. Zwischen 1871 und 1878 produzierten Smith & Wesson ca. 150000 Revolver des Typs "Old Model Russian" und "New Model Russian", die technisch auf das Schofield-Modell aufbauten. Sie hatten eine 6-schüssige Trommel im Kaliber .44 und ein Single-Action-System. Viele dieser Waffen wurden nach Spanien, in die Türkei und nach Japan geliefert. Eine große Anzahl wurde auch mit leichten Veränderungen für Russland produziert, teilweise auch in Berlin.



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