Die Mountain Men

Bevor die Siedler aus dem Osten mit ihren großen Trecks nach Kalifornien oder Oregon aufbrachen, waren es die Trapper und Mountain Men, die die Wege in diese neuen Länder ebneten. Sie bestritten ihren Lebensunterhalt als Fallensteller, denn Biberfelle waren heiß begehrt. Dabei drangen sie immer tiefer in den Westen vor. Sie entdeckten neue Bergpässe und fruchtbare Täler. Und sie fanden Flüsse, in denen es vor Bibern nur so wimmelte. In den Anfangsjahren führte die Route der Mountain Men von Taos im nördlichen New Mexico aus nach Westen, durch das Gila-Tal, bis hin in den Süden nach Kalifornien. Die Biber waren dort schon nach wenigen Jahren ausgerottet. Eine weitere Route führte später nach Fort Vancouver in Oregon.


Einer der ersten Männer, die den Westen schon vor dem Jahr 1820 erforschten war John Colter, der schon bei der Lewis und Clark Expedition mitgemacht hatte. Von den vielen Männern, die in den ersten Jahren nach 1820 in den Westen vordrangen, war James Ohio Pattie der Berühmteste. Schon als Teenager begleitete er seinen Vater in die Wildnis. 1827 wurde er aber zusammen mit seinem Vater von Mexikanern ins Gefängnis gesteckt, als sie versuchten, die kalifornische Wüste zu durchqueren. Als der Vater starb, wurde Pattie wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein weiterer erfahrener Trapper war Jedediah Smith, der auf seinen Reisen den Colorado- und Gila-River erforschte und nach Kalifornien und Vancouver vordrang. Auch Männer wie Thomas Fitzpatrick, James Bridger, Joe Walker und Kid Carson machten sich als Trapper einen Namen. Die Trapper lebten viele Monate lang allein in der Wildnis. Dabei waren sie ständig zahlreichen Gefahren ausgesetzt. Neben den vielen Raubtieren mussten sie sich insbesondere vor den Blackfeet-Indianern hüten, die ohne zu zögern töteten.  Ansonsten unterhielten die Trapper eine freundschaftliche Beziehung mit den Indianern, bei denen sie auch häufig überwintern konnten. Viele hatten auch eine indianische Squaw, mit der sie in dieser Zeit zusammen lebten.


Die Mountain Men unterschieden sich rein äußerlich kaum von den Indianern. Sie trugen auf dem Kopf eine Mütze aus Biberfell, bekleidet waren sie mit einer Weste und einer Hose aus Hirschleder mit langen Fransen, und an den Füßen trugen sie Mokassins. Um den Bauch trugen sie einen Gürtel, an dem eine Patronentasche, ein Pulverhorn und ein Jagdmesser befestigt war. Als Waffe benutzten sie Anfangs eine Büchse mit Feuersteinschloss, dass so genannte Kentucky-Gewehr. Später wurde die berühmte Mountain-Rifle bevorzugt, da sie ein verbessertes Perkusssionsschloss hatte. Auch in ihren Lebensgewohnheiten gab es wenig Unterschiede zu den Indianern. Ihre Nahrung bestand zum größten Teil aus erlegten Tieren, die sie noch am gleichen Tag verzehrten. Lagerhaltung kannten sie nicht. Die Mountain Men waren genauso wild, manche sogar noch wilder als die Indianer. Sie wandten beim Kampf die gleiche Taktik an und bewiesen im Messerkampf die gleichen Fähigkeiten wie die Ureinwohner. Viele zögerten auch nicht, ihre Gegner nach einem Sieg zu skalpieren.


Einmal im Jahr verließen die Trapper und Mountain Men die Wildnis. Im Juni trafen sie sich dann zum großen "Rendezvous" um die "Rocky Mountain Fair" zu feiern. Dieses "Rendezvous" wurde 1825 von dem Leutnant-Gouverneur des Staates Missouri William Ashley eingeführt. Hier tauschten die Trapper ihre Biberfelle gegen Dinge, die sie für das tägliche Leben benötigten. Oder sie verkauften ihren Fang gegen Geld, das sie dann an Ort und Stelle mit vollen Händen ausgaben. Denn der Treffpunkt war nicht nur ein einfacher Markt, bei dem sich manchmal über 600 Trapper versammelten, er war auch Schauplatz eines großen Festes, wo Alkohol und Frauen eine noch größere Rolle spielten. Nach Ende des Festes gingen die Trapper dann wieder in die Wälder zurück, um vor dem Winter nochmals Biber zu fangen.


Der große Boom des Pelztierhandels dauerte ca. 20 Jahre (von 1820 - 1840). Aber schon in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts reduzierte sich der Bestand der Biber erheblich. Nur wenige Felle wurden bei den "Rendezvous" im Jahre 1833 getauscht oder verkauft. Auch die Indianer wurden wegen der immer leerer werdenden Jagdgründe aggressiver. In den Jahre 1836 und 1837 war der Winter so kalt, dass nur wenige Tiere überlebt haben. Viele Handelsgesellschaften stellten das Geschäft mit den Pelzen ein. Statt den berühmten "Rendezvous", die immer an unterschiedlichen Orten stattfanden, gab es nun zentrale Umschlagplätze. Einer der bekanntesten Plätze, bei dem der Pelztierhandel noch einmal kurz aufblühte, war neben Fort Hall und Fort Laramie, Bents Fort. Als in den vierziger Jahren Seide in Mode kam, und sich die Eroberung des Westens durch die Siedler ankündigte, sattelten viele Mountain-Men um und wurden Führer von Siedlertrecks, Forscher und Militärexpeditionen.

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Lewis und Clark Seite 4 Aufbruch in den Westen

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Thomas Fitzpatrik